Rostock : Buddhisten bauen in Lichtenhagen

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Vietnamesischer Verein errichtet Meditationszentrum

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23. Juni 2016, 08:30 Uhr

Der Verein Buddhistische Vietnamesische Gemeinde in Berlin will in Rostock ein Meditationszentrum errichten. Eine 10 000 Quadratmeter große Fläche im Carré Wolgaster und Flensburger Straße hat er von der Stadt erworben. Der Bau des zweigeschossigen Gebäudes, das optisch an eine Zen-Pagode angelehnt werden soll, soll wenn möglich nächstes Jahr beginnen.

„Unsere Einrichtung wird offen sein für alle Menschen – ohne Unterschied nach Herkunft und Religion“, sagt Nguyen Nhu Vinh, der in Rostock lebt und das Projekt als Mitglied für den Verein plant. Eine soziokulturelle Begegnungsstätte, in der auf Deutsch und Vietnamesisch Meditations- und Yogakurse angeboten werden, solle entstehen. „Wir haben hier 1500 Landsleute“, sagt der 66-jährige gelernte Ingenieur, daher habe der Berliner Verein für einen weiteren Standort Rostock gewählt. Dass die Wahl auf Lichtenhagen fiel, wo es 1992 massive rassistische Ausschreitungen gegen vietnamesische Vertragsarbeiter gab, sei eher Zufall, sagt Nguyen Nhu Vinh. Im Heute sorge er sich deswegen nicht: „Es gibt rechtsradikale Bewegungen in Deutschland, aber die Mehrheit ist doch dagegen.“

Der Verein hatte sich 2014 um die Fläche beworben, sie 2015 gekauft. Derzeit arbeitet Nguyen Nhu Vinh an der Bauvoranfrage, der Antrag soll folgen. Grundsätzlich stehe dem Projekt nichts entgegen, sagt Bausenator Holger Matthäus (Grüne). „Es scheint ein sehr interessantes Vorhaben zu werden, was zur Bereicherung des Ortsteils beitragen wird.“ Er wolle es begleiten.

Im Zentrum sollen auf 3000 Quadratmetern Meditiations-, Gymnastik-, Konferenz- und Seminarräume entstehen, eine Gebetshalle, einige Wohnungen, Kantine und Küche, sowie draußen Zen, Blumen- und Gemüsegarten. Möglichst viele Bäume sollen erhalten werden. „Wir wollen eine beruhigende Atmosphäre schaffen, in der Menschen Konzentration sammeln können“, sagt der Projektverantwortliche. Auch Deutschkurse für ältere Vietnamesen sind geplant, die zu DDR-Zeiten als Vertragsarbeiter nach Rostock kamen und kaum die Sprache lernten.

Eine vollständige Kalkulation gibt es noch nicht. „Wir machen das Schritt für Schritt“, sagt Nguyen Nhu Vinh, „wie bei Linh Thuu“. Die imposante Pagode hatte der Verein 2009 im Berliner Bezirk Spandau errichtet und wie für das Rostocker Projekt geplant – mit Spenden finanziert.

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