Einweihung : Bronzerelief schmückt wieder den John-Brinckman-Brunnen

Erinnerung an einen großen  Dichter: Künstlerin Anne Sewcz und der Brinckmansdorfer Ortsbeiratsvorsitzende Karl Scheube sind froh über das neue Bronzerelief. Foto: joro
Erinnerung an einen großen Dichter: Künstlerin Anne Sewcz und der Brinckmansdorfer Ortsbeiratsvorsitzende Karl Scheube sind froh über das neue Bronzerelief. Foto: joro

Anlässlich des 200. Geburtstages des niederdeutschen Dichters spendiert die Hansestadt Rostock ein Porträt des Schriftstellers

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02. Juli 2014, 06:00 Uhr

Brinckmansdorf Seit gestern hat der John-Brinckman-Brunnen am Weißen Kreuz wieder ein Gesicht.  Anlässlich des  200. Geburtstages des niederdeutschen Schriftstellers  hat die Hansestadt Rostock  ein Bronzerelief  von Brinckman  für den Jugendstil-Brunnen anfertigen lassen.  Dieses war bereits in der  ursprünglichen  Version des Brunnes enthalten.   Doch das Original von Paul Wallat wurde 2009 gestohlen.  Nun hat Bildhauerin Anne Sewcz ein zeitgenössisch interpretiertes Porträt des Künstlers angefertigt. „Obwohl ich in der Brinckmanstraße  gewohnt habe,  kannte ich John Brinckman vor diesem Auftrag nicht“, gesteht sie. „Doch dann habe ich mich intensiv mit seiner Person beschäftigt, seine Biografien gelesen, seine Werke studiert. Ich bin glücklich, dass  ich die Brinckman-Persönlichkeit  kennengelernt habe“, sagt sie weiter.

Der John-Brinckman-Brunnen wurde am 26. Juli 1914 eingeweiht.   Anlass des Baus war  der 100. Geburtstag des in Rostock geborenen und aufgewachsenen Schriftstellers.  Damals stand der Brunnen noch am Schröderplatz. 1935 fand er einen neuen Platz am Vögenteich. Seit 1974 steht er am Weißen Kreuz. Zwischenzeitlich wurde er sogar einmal eingelagert. Besonders auffällig: Der obere Teil des Brunnens  ist durch acht farbenfrohe Mosaikfelder verziert. Darauf zu sehen sind Szenen und Figuren aus der Schaffenszeit  Brinckmans. „Sein zynisch sarkastisches Werk hat mich gleich begeistert“, erzählt Anne Sewcz. „Nur  mit  dem Plattdeutschen komme ich noch immer nicht ganz klar“, verrät sie.  Das Porträt von Brinckman beruht auf  der letzten vorhandenen Fotografie des Dichters. „Ich wollte  Brinckman lebensnah erfassen. Ich bewundere  ihn sehr, auch dass er neben seiner Tätigkeit als Lehrer die Zeit und Kraft fand fürs Dichten“, sagt Sewcz.

Auch für den Vorsitzenden des Brinckmansdorfer Ortsbeirates, Karl Scheube (SPD), war die Enthüllung des Bronzeporträts am Brinckman-Brunnen ein besonderer Moment.  Immerhin trägt Brinckmansdorf den  bekannten niederdeutschen Schriftsteller im Namen. „1921 wurde der Stadtteil  offiziell gegründet“, erzählt er. „Aus unserer Mitte hat sich eine Interessengemeinschaft Brinckman gegründet, die nicht nur zur Geschichte des Stadtteils forscht, sondern auch zu Brinckman selber“, so Scheube.

John Brinckman wurde am 3. Juli 1814  in Rostock geboren. Er studierte an der Rostocker Universität Jura, Literatur und Philosophie. 1839 veröffentlichte er seine erste eigenständige Publikation „Legende vom Heiligen Damm“. Brinckman verbrachte drei Jahre in Amerika. Als er zurückkehrte, war er als Hauslehrer tätig, später unterrichtete er an der  Honoratiorenschule in Goldberg. 1849 wurde er Lehrer in Güstrow. Am 20. September 1870 starb Brinckman im Alter von 56 Jahren. Um  sein Schaffen zu honorieren, will  die Stadt Güstrow Brinckman am 10. Juli posthum die Ehrenbürgerschaft verleihen.

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