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Norddeutsche Neueste Nachrichten

15. Dezember 2017 | 20:55 Uhr

Ostseeforschung : Briese-Preis für Informatiker

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Dr. Timm Schoening erhielt die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung.

svz.de von
erstellt am 20.Jan.2017 | 22:45 Uhr

Der mit 5000 Euro dotierte, von der Reederei Briese Schifffahrts GmbH & Co. KG gestiftete und vom Leibniz-Institut für Ostseeforschung (IOW) wissenschaftlich betreute Preis für herausragende Doktorarbeiten in der Meeresforschung ging gestern an Informatiker Dr. Timm Schoening. Die Jury würdigt seine wegweisende Methodenentwicklung zur intelligenten Bildauswertung, die es ermöglicht, visuelle Daten vom Meeresgrund automatisiert per Computer auszuwerten. Die erheblich verkürzte Analysezeit ohne zeitaufwändige Interpretation des Bildmaterials durch Wissenschaftler erlaubt eine Auswertung größerer Datenmengen als bisher und damit die Bearbeitung neuer Forschungsfragen. Zudem ermöglicht die automatisierte Bildanalyse eine zuverlässigere Standardisierung bei der Betrachtung, da sie von der individuell unterschiedlichen Wahrnehmung einzelner Menschen unabhängig ist. Preisträger Schoening ist eine Besonderheit in der Riege der ausgezeichneten Nachwuchstalente, denn er stammt weder aus der klassischen Meeresforschung noch aus einer der Kaderschmieden an der Küste. „Als Informatiker steht man selten in direktem Kontakt zu Meereswissenschaften. Erst spät im Studium bin ich durch eine Kooperation mit dem Alfred-Wegener-Institut hier eingestiegen“, sagt der 32-Jährige. Mit seiner Arbeit trägt Schoening zur Lösung eines Dilemmas in der Meeresforschung bei, das durch rasanten technischen Fortschritt entstanden ist: Auf immer mehr Forschungsfahrten werden Foto- und Videokameras eingesetzt, um Ausschnitte des Meeresbodens oder der Wassersäule sichtbar zu machen. Nicht zuletzt durch den erfolgreichen Einsatz von Tauchrobotik ist eine Datenflut entstanden, mit deren Analyse die Wissenschaftler kaum hinterher kommen. So werden diese bisher fast nur qualitativ analysiert. Die quantitative Erschließung, bei der Objekte systematisch klassifiziert, gezählt und vermessen werden, bleibt oft auf der Strecke. Diese Daten Meereswissenschaftlern effizient zugänglich zu machen, indem die rohen Bilddaten aus den Kameras – also Farbintensitätswerte für Millionen von Pixeln – automatisch in reale Objekte übersetzt und analysiert werden, war das Anliegen seiner Doktorarbeit. Dazu entwickelte er eine spezielle Bildverarbeitungsmethode, um Effekte veränderlicher Beleuchtung zu verringern.

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