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Brandterror gegen Busunternehmer: Polizei verhaftet Sohn

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erstellt am 01.Mär.2012 | 10:15 Uhr

Die unheimliche Serie von Busbränden in der Region Parchim und Plau am See ist aufgeklärt. Der Junior-Chef des Busunternehmens Maaß in Plau am See und ein Mitarbeiter sind dringend tatverdächtig. Der Schaden an Fahrzeugen und Gebäuden durch die fünf Brandstiftungen beträgt 3,5 Millionen Euro, insgesamt verbrannten 22 Busse sowie weitere Fahrzeuge.

„Wir haben gestern zwei dringend tatverdächtige Personen in Untersuchungshaft genommen“, sagte gestern Oberstaatsanwalt Stephan Hagemann. Bei den beiden Männern handelt es sich um Michael Maaß (39), Mitinhaber der Busfirma in Plau am See, sowie um Daniel S. (26), einen Angestellten der Firma.
Den Tatverdächtigen werden laut Hagemann seit Februar 2011 drei Brandstiftungen in Plau am See und zwei in einer Busfirma in Parchim vorgeworfen. Seit einem Jahr werteten 20 Kriminalisten unter Mithilfe von Psychologen und Fall-Analytikern intensiv die wenigen Spuren aus, haben über 160 Zeugen vernommen – und immer wieder drehte sich alles um die möglichen Motive.

„Die Firma stand unter wirtschaftlichem Druck, durch einen Brand und die erhoffte Versicherungsleistung sollten diese Probleme bewältigt werden, hoffte der Mitinhaber“, so Kriminalrat Tom Sperling. Doch warum auch Brände beim Reisedienst Parchim? Hier handelt es sich nach bisherigen Ermittlungen vermutlich nur um ein Ablenkungsmanöver, so der Staatsanwalt.


Zum Tathergang berichtete Kriminalrat Sperling, dass ein Brandbeschleuniger verwendet wurde: „Damit haben die Tatverdächtigen einen Bus angezündet. Die Flammen übertrugen sich in Minutenschnelle auf die dicht nebeneinander stehenden anderen Busse. Auch Hallen, Carports und weitere Fahrzeuge wurden zerstört oder in Mitleidenschaft gezogen.“

Bei den Ermittlungen ging die Kripo zunächst von Brandstiftung aus, doch standen auch die wirtschaftlichen Probleme der Firma im Fokus. Letztlich aber hatte ein Schuhabdruck zu dem mutmaßlichen Täter geführt.

Und da bei dem letzten Brand am 6. Januar beim Reisedienst Parchim eine gerade erst vier Wochen alte Videoüberwachungsanlage im Einsatz war, konnten die Ermittler den Weg des Täters auf dem Gelände verfolgen. Die dort gefundenen Schuhabdrücke konnten zugeordnet werden.

„Bei den beiden Inhaftierten handelt es sich um dringend Tatverdächtige, aber die Ermittlungsarbeit fängt jetzt erst richtig an. Wir müssen juristisch einwandfrei nachweisen, wer Brandleger und wer der Anstifter war. Beide haben sich bislang nicht zu den Tatvorwürfen geäußert“, so Oberstaatsanwalt Hagemann.
In der Region sorgte die Nachricht von den Festnahmen für große Erleichterung. Werner Schulte vom Reisedienst Parchim: „Wenn die Jungs es wirklich waren, dann sind wir alle hier sehr erleichtert. Zweimal haben sie bei uns Busse angesteckt. Endlich kann man wieder ruhig schlafen. “

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