urteil : Brandstifter muss 14 Jahre ins Gefängnis

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Beim verheerenden Feuer im Beginenberg starb ein 62-Jähriger / Frank S. begeht die Tat in einer laufenden Bewährung

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09. Juni 2015, 08:00 Uhr

Am Ende der Urteilsbegründung begann Frank S. laut zu schreien und den Richter zu beschimpfen. Bis dahin hatte er Kaugummi gekaut. 14 Jahre Haft wegen Brandstiftung mit Todesfolge lautete gestern das Urteil für den 46-Jährigen – bei dem Feuer, das er im Beginenberg legte, war ein 62-Jähriger ums Leben gekommen.

Frank S. saß schon 25 Jahre seines Lebens hinter Gittern, zehn Jahre wegen Eigentumsdelikten, danach wegen schwerer Gewalttaten. Mehrmals unternahm er Fluchtversuche. Die letzte Haft endete vorzeitig im Mai 2014. Er wurde unter Führungsaufsicht gestellt.

Auf einer Grillparty in Toitenwinkel lernte er dann Francis B. (28) kennen und zog zu ihr. Oft gab es Streit, denn beide konsumierten Drogen und Alkohol. Die Situation eskalierte, als die junge Frau mit einem Freund in Berlin gewesen war. Frank S. würgte sie und goss eine brennbare Flüssigkeit über ihren Körper.

Den 24. Juli 2014 schließlich verbrachte Frank S. mit Freunden in Warnemünde. Nach allerlei Eskapaden – wie Springen von der Brücke in den Alten Strom oder Melonenwerfen auf Kunden in einer Kaufhalle – landete der Angeklagte wieder im Beginenberg 31. In der Erdgeschosswohnung seiner Freundin stellte Frank S. mehrere Kerzen auf, zündete sie an und verteilte auch einige im Obergeschoss. Hier gerieten Sessel und Sofa in Brand, wie ein Gutachten ergab. Hauswirt Konrad N. schlief im Dachgeschoss. „Frank S. kannte seine Gewohnheiten“, heißt es in der Urteilsbegründung. „Trotzdem sah er im Dachgeschoss nicht nach.“ Der 62-Jährige starb an einer Kohlenmonoxidvergiftung.

Für das Gericht gab es keine Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Zeugen, denen Frank S. die Brandstiftung gestanden hatte. Er selbst bestritt die Tat. Als strafverschärfend wertete das Gericht die massiven Vorstrafen des Angeklagten, dass er mehrere Brandherde legte, die Taten in einer laufenden Bewährung beging und seine Mutter zur Falschaussage anstiftete. Das Gericht entschied sich gegen eine von der Staatsanwaltschaft beantragte Sicherungsverwahrung. Der Angeklagte leide an einer Persönlichkeitsstörung, so der Richter. Aber „die Erfolgsaussichten einer Therapie sind gleich null.“ Das hätten 25 Jahre Haft gezeigt. Frank S. will in Revision gehen.

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