Brand in Ausländerbehörde: Jetzt droht der Abriss

<strong>Das Ausmaß des Schadens</strong> schätzen Brandschutzsanierer im Bau hinter dem Rathaus ein.  <foto>Nicp</foto>
Das Ausmaß des Schadens schätzen Brandschutzsanierer im Bau hinter dem Rathaus ein. Nicp

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18. Juni 2012, 07:26 Uhr

Stadtmitte | Dem Containerbau am Rathaus, An der Hege 9, droht jetzt der Abriss. In der Nacht zu Sonnabend wurde ein Brandanschlag auf die darin ansässige Ausländerbehörde verübt.

20 Jahre stand der Container dort - als Ausweichmöglichkeit für Einrichtungen der Stadt. Die Räumlichkeiten sind jetzt nicht mehr nutzbar. Eine komplette Sanierung des Baus wird es wahrscheinlich nicht mehr geben, wie ein Sprecher der Stadt gestern sagte. Der Bau sei ohnehin ein Provisorium gewesen. Ansässige Einrichtungen wie die Ausländerbehörde, Büros des Volkstheaters und eine Stelle für Personalmanagement der Stadt ziehen vorübergehend in andere Räume. Büros werden jetzt geteilt.

Landeskriminalamt sucht nach den Tätern

Die Sprechzeiten der Ausländerbehörde müssen in dieser Woche komplett entfallen. In dieser Zeit auslaufende Aufenthaltsgenehmigungen behalten Gültigkeit bis zum 30. Juni. Ab Montag, 25. Juni, werden die Sprechzeiten der Ausländerbehörde in den neuen Räumen im Verwaltungsgebäude am Neuen Markt 1a, neben dem Ortsamt, stattfinden. Erst am Donnerstag waren auch das Büro der Dramaturgie und eine Grafikerin des Volkstheaters in den Container gezogen. Die Räume seien nicht mehr nutzbar, sagt Theaterintendant Peter Leonard.

Bausanierer machen den Container zunächst einmal wieder begehbar, verschaffen sich einen Überblick. "Es ist alles im Argen", tönt es auf der Baustelle. Angekokelte Trennwände haben die Sanierer schon rausgetragen. Dass in den Büros vor Kurzem noch normal gearbeitet wurde, ist schwer vorstellbar. Der Schaden wird zunächst auf mehr als 50 000 Euro geschätzt. Das Landeskriminalamt ermittelt jetzt in alle Richtungen, wie Sprecher Michael Schuldt sagt.

In der Nacht zu Sonnabend hatten Vermummte in dunkler Kleidung nach Zeugenaussagen Reifenteile in Brand gesetzt und waren vom Tatort geflüchtet. Die Flammen hatten sich über den Eingangsbereich bis in die Flure des Containerbaus ausgebreitet. Die Feuerwehr konnte den Brand schließlich mit sieben Löschzügen unter Kontrolle bringen.

Erkenntnisse über die Brandstifter gibt es bislang noch nicht. Möglicherweise steht die Tat im Zusammenhang mit der Abschiebung eines afghanischen Flüchtlings. Am Donnerstag waren mehrere Scheiben des Gesundheitsamtes zerstört worden, wo der Mann zuvor untersucht worden und für reisetauglich erklärt worden war.

Im Vorfeld der Anschläge hatte es Kundgebungen von Unterstützern des Afghanen gegeben. "Einen Zusammenhang können wir nicht ausschließen", sagt Schuldt.

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