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Norddeutsche Neueste Nachrichten

15. Dezember 2017 | 11:06 Uhr

Rostock : Botschafterin will Inklusion schaffen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Behinderte sollen mit Maßnahmeplan für Barrierefreiheit besser integriert werden

svz.de von
erstellt am 24.Feb.2016 | 11:30 Uhr

Öffentliche Einrichtungen ohne Lift, nicht abgesenkte Bordsteine oder Konzerte, die keinen Zugang für Rollstuhlfahrer haben – in einigen Bereichen hat die Hansestadt hinsichtlich der Barrierefreiheit noch Nachholbedarf. Die 30-jährige Rostockerin Deike Ludwig will das ändern. Denn sie ist eine von Deutschlands 40 Inklusionsbotschaftern.

Ludwig will ihre persönlichen Erfahrungen nutzen, um anderen Menschen mit Behinderungen den Weg zu ebnen und bestehende Probleme zu beheben. „Defizite wie nicht abgesenkte Bordsteine, fehlende Stufenmarkierungen oder mangelnde Sitzgelegenheiten sollen herausgestellt und ausgeräumt werden“, so Ludwig. Mit einer Arbeitsgruppe des 2003 gegründeten Behindertenbeirats entwickelt sie einen Maßnahmeplan für die Stadt, der die Barrierefreiheit optimieren und Behinderte besser in das tägliche Geschehen integrieren soll. Dazu habe es bereits im vergangenen Jahr Stadtteilbesichtigungen gegeben.

„Wir wollen Betroffene und Ortsvereine einbeziehen“, sagt Petra Kröger, Behindertenbeauftragte in Rostock. Denn nach wie vor gebe es Probleme hinsichtlich der Barrierefreiheit. Zudem sehe der Maßnahmeplan, der bald in die Bürgerschaft gehen soll, vor, dass entsprechende Wohnformen für Behinderte in allen Stadtteilen in ausreichender und differenzierter Form geschaffen werden, so Ludwig.

Doch die Pläne der Inklusionsbotschafterin gehen über städtebauliche Defizite hinaus. Nachdem sie selbst erfahren musste, wie schwierig es für Menschen mit Behinderungen ist, nach dem Schulabschluss passende Praktika oder eine Ausbildung zu finden, ist ihr Ziel die bessere Vernetzung von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. „Wir planen eine elektronische Datenbank, in der erfasst werden soll, was wo für wen möglich ist. Potenzielle Arbeitgeber sollen Angebote offenlegen und Beschäftigte sowie Ehemalige ihre Erfahrungen mit anderen teilen“, so Ludwig. Dadurch solle ein breites Spektrum an Beschäftigungsmöglichkeiten für Behinderte aufgezeigt werden, das ihnen die Jobsuche erleichtert.

Ludwig setzt sich auch als Vorsitzende des Rostocker Vereins für Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe dafür ein, dass jeder Mensch das Recht haben soll, vollkommen in die Gesellschaft integriert zu werden. „Das bedeutet nicht nur körperliche Barrierefreiheit, sondern auch, dass viel mehr Filme untertitelt und audiodeskriptiv beschrieben werden, dass Konzerte oder andere Großveranstaltungen mit Hörverstärkungen arbeiten und dass sich auch die verantwortlichen Künstler dafür stark machen“, sagt Ludwig. Barrierefreiheit solle einfach selbstverständlich werden.

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