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Norddeutsche Neueste Nachrichten

17. November 2017 | 22:33 Uhr

Uferkonzept Rostock : Bootshäuser sind in Gefahr

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Besitzer enttäuscht: Die Rostocker Stadtverwaltung lehnt Dauerlösung ab

von
erstellt am 06.Mai.2015 | 11:30 Uhr

Die Bootshaus-Besitzer an der Oberwarnow sind enttäuscht: Auch nach anderthalb Jahren Diskussion rund ums Uferkonzept hat die Stadt keine Lösung für sie parat. „Der genehmigte Ausgangszustand ist ein kleines Bootshaus – das unterscheidet sich deutlich von dem, was wir da jetzt vorfinden“, sagt Bauamtsleiterin Ines Gründel. Seit den 60ern haben sich die rund 30 Nutzer dort nach und nach illegal Wochenendhäuschen eingerichtet.

„Eins ist klar: Die Anlagen werden nicht so im Bestand genehmigt werden können“, sagt Gründel. Es gebe weder einen B-Plan noch Bestandsschutz aus DDR-Zeiten. Zugleich betont die Amtschefin aber: „Wir sind bestrebt, nicht mit Beseitigungsverfügungen vorzugehen, sondern eine einvernehmliche Lösung zu finden.“ Im Fall der ebenfalls betroffenen Kleingärtner der Interessengemeinschaft Oberwarnow hat das geklappt. Sie dürfen nun bis 2034 dort bleiben. Doch bei den umfunktionierten Bootshäusern greife das Bundeskleingartengesetz nicht, es gebe schlichtweg kein Baurecht, so Gründel.

„Andere Gemeinden haben das mit einem B-Plan gelöst“, sagt Maik Vater vom Anglerverein Oberwarnow, dessen Mitgliedern die Bootshäuser gehören. Die Nutzer seien auch kompromissbereit und unterstützen den im Uferkonzept vorgesehenen fünf bis sechs Meter breiten Weg mit Zugängen zum Wasser. Für den freien Blick wollen sie mehrere Schuppen und Anbauten abreißen und Lücken zwischen den Häusern schaffen. Dass der Umbau zu Wochenendhäusern illegal war, gesteht Vater ohne Ausreden ein. Er hofft aber auf eine ähnliche Regelung wie bei den Kleingärtnern nebenan. „Wenn der Rückbau beschlossen werden sollte, dann bitte sozialverträglich über 20 Jahre.“

In der Bürgerschaft steht das überarbeitete Uferkonzept heute auf der Tagesordnung. „Wir wollen die Uferzonen für die Öffentlichkeit zugänglich machen“, sagt Ralph Müller, Chef des Stadtplanungsamts. Im Vergleich zum ersten Entwurf wurde der geplante Fuß- und Radweg auf dem Gelände des alten Gaswerks gestrichen. Die Stadtwerke hatten Bedenken wegen des kontaminierten Bodens angemeldet.

Noch unklar hingegen ist die Zukunft der Schleuse am Mühlendamm. Sie muss dringend saniert werden. Der Bund als Eigentümer hat zugesagt, 50 Prozent der Kosten zu übernehmen, sofern er das Bauwerk hinterher an die Stadt oder das Land abtreten kann. Rostock wäre zur Übernahme der automatisierten Schleuse bereit, will aber nicht für die anderen 50 Prozent der Kosten aufkommen. „Wir haben uns deswegen an das Land gewandt“, sagt Tief- und Hafenbauamtsleiter Heiko Tiburtius. Die Antwort aus Schwerin stehe noch aus.

 

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