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Norddeutsche Neueste Nachrichten

24. November 2017 | 01:21 Uhr

Blutiges Ende eines Saufgelages

vom

svz.de von
erstellt am 17.Apr.2013 | 09:47 Uhr

Nach reichlich Wodka eskalierte die Lage: Nando H. (26) und Christian H. (22) sollen ihren Saufkumpel Michael H. (45) zusammengeschlagen und ihn dabei lebensgefährlich verletzt haben. Seit gestern müssen sie sich vor dem Landgericht Rostock verantworten - die Staatsanwaltschaft wirft ihnen versuchten Totschlag vor.

Es war am 16. Oktober 2012: Alle drei verbrachten den Tag gemeinsam in der Wohnung des späteren Opfers in einem Hochhaus der Hendrik-Ibsen-Straße in Evershagen. Alkohol floss in Strömen. Da beschuldigte Wohnungsinhaber Michael H. seinen Besucher Nando H., ihm einen Laptop gestohlen zu haben. Dieser fühlte sich zu Unrecht verdächtigt und versetzte dem 45-Jährigen sofort drei kräftige Faustschläge. Nach einer kurzen Beruhigung kochte die Situation erneut hoch. Nun schlugen die Angeklagten vereint auf ihr Opfer ein, heißt es in der Anklageschrift. Neben kräftigen Faustschlägen an Kopf und Oberkörper hagelte es auch Fußtritte. Auf einem dem Gericht vorliegenden Foto ist sogar ein Stiefelabdruck auf dem Gesicht des Verletzten zu erkennen. Michael H. erlitt neben Rippenbrüchen, einer Leberquetschung und einem Nasenbeinbruch auch Hirnblutungen, wie die Vertreterin der Rostocker Staatsanwaltschaft schilderte. Nach ihrer Tat ließen die beiden Angeklagten den hilflosen Mann in seinem Blut liegen und suchten das Weite. Seit ihrer Festnahme am 19. Oktober 2012 befinden sich die beiden in Untersuchungshaft.

Nando H. und Christian H. legten gestern ein Geständnis ab. Sie sagten aus, schon am Vortag des Geschehens sehr viel Alkohol getrunken zu haben. "Ich war so voll, dass ich umfiel", sagte Nando H. Auch am Tattag hätten sie massiv Alkohol zu sich genommen und außerdem gekifft. Sieben bis acht Faustschläge habe er dem Opfer versetzt, gab Nando H. zu. Seine rechte Hand war von den Schlägen sogar stark geschwollen und musste vom Arzt behandelt werden. "Die Schläge waren voller Power, weil ich im Blutrausch war." So ähnlich drückte sich am ersten Prozesstag gestern auch Christian H. aus.

Mit den Tritten taten sich beide schwer. Die gaben sie erst zu, als der Vorsitzende Richter ihnen die Fotos zeigte. Trotzdem meinten beide, dass Michael H. aber nicht so schlimm ausgesehen habe, als sie den Tatort verließen. Er habe die Augen offen gehabt und auch noch etwas gebrummelt. Sie seien abgehauen, ohne dem Verletzten zu helfen, waren aber sicher, dass die Mutter von Christian H., die in der achten Etage des Hochhauses wohnt, den Notdienst holen würde. Denn Michael H. hatte wohl gesagt, er wollte ihr noch Mittagessen bringen. Der Prozess wird am 18. April fortgesetzt.

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