Blutspende Rostock : Blut ist rares Gut: Spender gesucht

Im Team wird das Spenderblut aufbereitet: Inga Schönberner-Richter (l.), Edith Miebergall und Nico Greger im Labor der Transfusionsmedizin. Foto: Unimedizin
Im Team wird das Spenderblut aufbereitet: Inga Schönberner-Richter (l.), Edith Miebergall und Nico Greger im Labor der Transfusionsmedizin. Foto: Unimedizin

100 Konserven für eine Transplantation: Unimedizin sucht dringend Spender. Ärzte fürchten nahendes Sommerloch

svz.de von
21. März 2016, 11:45 Uhr

Das Schicksal von Sylvia Horack bewegt seit Wochen viele Menschen. Die Patientin der Rostocker Universitätsmedizin war Ende 2015 an akuter Leukämie erkrankt. Sie war mit einer großen Facebook- und Registrierungsaktion auf die Suche nach einem Lebensretter gegangen. Auch Bettnachbarin Anne, ebenfalls Leukämie-Patientin, hatte zu einer Typisierungsaktion aufgerufen. Für beide Frauen wurde mittlerweile ein passender Stammzell-Spender gefunden. Damit die Transplantationen erfolgreich sind, ist neben gesunden Stammzellen vor allem eines notwendig: Blut.

„Von der Diagnose bis zur Entlassung benötigt ein Leukämie-Patient mitunter mehr als 100 Blutkonserven“, so Nico Greger vom Institut für Transfusionsmedizin der Unimedizin. Nach der Diagnose haben die Patientinnen Chemotherapien durchlaufen, bei denen die Funktion ihres Knochenmarks unterdrückt wurde. „Damit es in dieser Zeit nicht zu Blutungen oder Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems kommt, wird vorsorglich Blut zugeführt“, so der Assistenzarzt. Auch bei der Vorbereitung auf die Transplantation wird das Knochenmark beeinflusst, um Platz für die neuen Stammzellen zu schaffen. In der Folge verzögert sich die eigene Blutbildung.

Die Versorgung wird nach der Transplantation häufig in der Tagesklinik für Hämatologie und Onkologie fortgesetzt. Wenn Blutgruppe von Spender und Patient nicht übereinstimmt, kann das auch zu Komplikationen führen. Dann müssen erneut Blutkonserven zum Einsatz kommen. Um den hohen Bedarf an Blut zu decken, ist die Universitätsmedizin dringend auf Spenden angewiesen. „In Rostock folgen wir leider dem deutschlandweiten Trend, dass sich immer weniger Menschen zu einer Spende entscheiden“, so Greger. „Neuspender fehlen – und bei der Blutgruppe Rhesus-negativ gibt es einen chronischen Mangel.“ Neben Vollblutspenden, die in der Regel zehn Minuten dauern, werden vor allem Thrombozytenspenden benötigt. Dabei werden dem Blut des Spenders Blutplättchen entzogen und der Rest zurückgeführt. Der Prozess dauert eine Stunde, ist für den Spender sehr schonend. Danach gibt es eine kleine Entschädigung. „Die Blutplättchen können wir höchstens vier Tage lagern, dann brauchen wir Nachschub“, so Greger. Vor allem vor dem sommerlichen Spendertief hofft er auf viele Spender.

Tipp, Ort, Zeiten

Spender müssen älter als 18 Jahre sein, mehr als 50 Kilogramm wiegen, sich körperlich gesund fühlen und nicht an chronischen oder akuten Erkrankungen leiden. Zur Spende muss der gültige Personalausweis mitgebracht werden. Zwei Stunden sollten potenzielle Spender vorher ausreichend essen, trinken und nicht mehr rauchen.

Rostock:

Blutspendedienst der Unimedizin Rostock: Waldemarstraße 21d, 18057 Rostock

Montag/Mittwoch: 10 bis 18 Uhr, Dienstag/Donnerstag/Freitag: 7.30 bis 15 Uhr;

Telefon: 0381-203 36 30

Schwerin:

Haema Blutspendezentrum Schwerin, Friedrichstraße 18, 19055 Schwerin

Montag bis Freitag: 7.30 bis 19 Uhr und Samsatg 7.30 Uhr bis 12:30 Uhr.

Telefon: 0385-202 717 20

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