Warnemünde : Blaualgen trüben Badespaß

In dem hellen Streifen rund um die Tonne trieben gestern die Algen.
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In dem hellen Streifen rund um die Tonne trieben gestern die Algen.

Das Phänomen gibt es jedes Jahr. Derzeit werden Proben untersucht.

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23. August 2016, 05:00 Uhr

In der Ostsee sind derzeit Blaualgen in Strandnähe unterwegs. So werden die Cyanobakterien genannt. Trotz ihres Namens Blaualgen gleichen sie einem grünen Teppich mit Schwebeteilchen, das Wasser „blüht“ regelrecht. Bei den Menschen ruft das oft Ekel hervor.

„Das Phänomen haben wir jedes Jahr“, betont Dr. Norbert Wasmund, wissenschaftlicher Mitarbeiter für pflanzliches Plankton am Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW). Für den Wissenschaftler ist das Auftreten der Blaualgen allerdings noch kein Alarmsignal, auch wenn diese giftig sind. Denn es besteht nur eine Gefährdung, wenn die Menschen Wasser aus den befallenen Bereichen literweise trinken. Wer offene Wunden hat oder Allergiker ist, sollte den Bereich sicherheitshalber meiden. „Ansonsten ist das ein natürliches Phänomen, das von der Temperatur beeinflusst wird.“ Normalerweise begünstigt Wärme die Entwicklung. „Die Blaualgen verschwinden mit den Wellen und dem Wind“, sagt er. Auch die Rettungsschwimmer des Deutschen Roten Kreuzes aus Warnemünde haben das Vorkommen bereits bemerkt und das IOW kontaktiert. „Wir haben das bereits Donnerstag und Freitag festgestellt bei unserem Dienstschwimmen“, sagt Sven Henning, Leiter des Wachturms 3.

Die Besatzung des Küstenstreifenbootes „Warnow“ prüfte gestern eine Meldung über dicke, gelbe Fusseln, die in der Ostsee im Bereich Stoltera gesichtet wurden und sich über Nienhagen bis Kühlungsborn ausbreiten sollen. Durch die Wasserschutzpolizeiinspektion Rostock wurden außerdem das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt sowie das Gesundheitsamt des Landkreises Rostock informiert. Das Gesundheitsamt, das die Gewässerqualität überwacht, lässt eine Wasserprobe aus dem Bereich östlich der Seebrücke von Heiligendamm untersuchen, weil es sich um Blaualgen handeln könnte. Das Ergebnis wird morgen erwartet.

Das IOW liefert den zuständigen Landesämtern Informationen. „Ergeben die Proben, dass eine Gefahr für die Badegäste besteht, dann könnte ein Badeverbot ausgesprochen werden“, weiß Wasmund.

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