zur Navigation springen
Norddeutsche Neueste Nachrichten

20. November 2017 | 10:54 Uhr

Rostocker Hafen : Billigflaggen im Visier

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Arbeitsbedingungen auf Schiffen am Rostocker Kai werden kontrolliert

svz.de von
erstellt am 01.Sep.2016 | 21:00 Uhr

Sozialdumping in der Schifffahrt rückt nächste Woche auch in Rostock verstärkt ins Blickfeld. Die Internationale Transportarbeiter Föderation (ITF) veranstaltet vom 5. bis zum 9. September die 29. Baltic Week. Ziel der ITF-Aktionswoche ist die Kontrolle der Arbeitsbedingungen auf Schiffen in den deutschen Nord- und Ostseehäfen. Dafür wird sich Montagmorgen im Büro des Rostocker ITF-Inspektors Hamani Amadou eine Gruppe Gewerkschafter versammeln, um das Vorgehen in den Häfen von Mecklenburg-Vorpommern abzustimmen und von hier auch zu Bordbegehungen im Rostocker Hafen auszuschwärmen.

Ein Schiff unter Billigflagge, wo augenscheinlich die Bedingungen nicht den Mindeststandards entsprechen, habe man schon im Visier, berichtet Amadou. Wenn Seeleute unter unwürdigen Bedingungen arbeiten müssen, ihnen die Heuer oft monatelang vorenthalten wird, hilft ihnen die ITF.


Weltweit rund 11 000 Tarifverträge


Die Arbeits- und Lohnbedingungen der aus aller Welt kommenden Seeleute werden durch sie mit rund 11 000 Tarifverträgen weltweit geregelt, berichtet Klaus Schroeter, der Leiter der ITF-Billigflaggenkampagne in Deutschland. Die deutsche ITF-Mitgliedsgewerkschaft Verdi hat mehr als 1900 Tarifverträge mit deutschen Reedern für deren Schiffe unter Billigflagge abgeschlossen. Immerhin 2400 Schiffe deutscher Unternehmen sind so registriert, nur noch knapp 200 deutsche Frachter führen die hiesige Flagge. Während der Aktionswoche werden Trupps der ITF auch im heimischen Hafenrevier Schiffe auf die Einhaltung der Tarifverträge an Bord kontrollieren beziehungsweise Reeder zum Abschluss von Verträgen drängen.

Die ITF-Billigflaggenkampagne wird von gewerkschaftlich organisierten Hafenarbeitern und Seeleuten seit nunmehr 68 Jahren veranstaltet und ist eine weltweit einmalige gewerkschaftliche Aktion, die dazu beiträgt, die Bedingungen für die Seeleute zu verbessern. „Gerade im letzten Monat konnten auf einem Schiff Heuern in Höhe von 278 201 Dollar für die Seeleute erstritten werden“, nennt Klaus Schroeter einen aktuellen Beleg.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen