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unternehmertag : Bildung: Wirtschaft nimmt sich selbst in die Pflicht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

23. Unternehmertag bringt 300 Firmenchefs sowie Vertreter aus Politik und Wissenschaft zusammen

von
erstellt am 10.Jul.2015 | 08:00 Uhr

Fehlende Berufsreife, eine hohe Quote an Schulabbrechern, wenige Bewerber sowie mangelhafte Ergebnisse bei den Pisa-Studien: Die Probleme im deutschen Bildungssektor und der damit verbundene Fachkräftemangel treffen längst auch den Nerv der Unternehmer der Region. Unter dem Motto „Deutschlands Bildung: Spitze oder Mittelmaß“ trafen sich gestern daher rund 300 Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Forschung zum 23. Unternehmertag im Hotel Neptun in Warnemünde.

„Wir als Unternehmerverband können nicht mehr nur mit dem Finger auf das Bildungssystem zeigen. Vielmehr sehen wir uns in der Pflicht, offen auf Probleme hinzuweisen, aber schließlich auch etwas für deren Lösungen zu tun“, sagt Frank Haacker, Präsident des Unternehmerverbandes Rostock - Mittleres Mecklenburg. Das Anliegen des 46-Jährigen war es deshalb, das Thema Bildung kritisch zu beleuchten.

Dem Vorurteil, dass Mecklenburg-Vorpommern im nationalen Bildungsvergleich schlecht dastünde, tritt Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) entschieden entgegen. „Untersuchungen wie die Pisa-Studie sind irrelevant. Durch das föderale System ist Deutschlands Bildung nicht messbar“, so der Minister. Viel wichtiger seien die Indikatoren, wie viele junge Menschen den Schul- und Berufsabschluss erfolgreich absolvieren. Genau dort sieht Prof. Axel Plünnecke vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln erhebliche Probleme. „Vor allem die Engpässe bei Ausbildungsberufen werden weiter steigen“, so der Experte. Handlungsbedarf sieht Plünnecke deshalb vor allem in der stärkeren Berufsorientierung an Gymnasien sowie der Einbindung von Studenten aus dem Ausland. Gerade hier gebe es in Deutschland und vor allem in Mecklenburg-Vorpommern erhebliche Schwächen.

Prof. Franz Kaiser von der Universität Rostock nimmt bei der Bildung auch die Wirtschaft in die Pflicht. Der Lehrstuhlinhaber für Berufspädagogik verweist auf lediglich 15 Prozent der Unternehmen, die ausbilden. „Damit steht MV bundesweit auf dem vorletzten Platz und muss dringend etwas tun“, so Kaiser.

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