Rostock : Biestower kämpfen für Spielstraßen

Mit selbst gebastelten Plakaten und lautstark wollen Klaus-Peter Müller (hinten, Mitte v.l.), Susanne Koch, Christiane Müller und die anderen Anwohner auf ihr Verkehrsproblem aufmerksam machen. Auch die 10-jährige Elisa (vorne v.l.), der 5-jährige Daniel und der 13-jährige Philip Koch machen bei dem Umzug mit, damit sie bald sicher auf der Straße spielen können.
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Mit selbst gebastelten Plakaten und lautstark wollen Klaus-Peter Müller (hinten, Mitte v.l.), Susanne Koch, Christiane Müller und die anderen Anwohner auf ihr Verkehrsproblem aufmerksam machen. Auch die 10-jährige Elisa (vorne v.l.), der 5-jährige Daniel und der 13-jährige Philip Koch machen bei dem Umzug mit, damit sie bald sicher auf der Straße spielen können.

Anwohner starten Aktion für mehr Sicherheit in den verkehrsberuhigten Bereichen im Wohnpark. Autofahrer missachten Tempolimits

Eigentlich sind Susanne Koch und ihre Familie vor zwei Jahren aus der KTV in den Ährenkamp nach Biestow gezogen, um die verkehrsberuhigte Idylle zu genießen. „Die Kinder sollten ungestört auf der Straße spielen können“, sagt die Rostockerin. Doch das sei zu gefährlich. Deshalb hat die Biestowerin zusammen mit anderen Anwohnern gestern einen Demonstrationszug durch den Wohnpark organisiert, um auf das Problem aufmerksam zu machen. „Zwar sind die Straßen hier fast alle verkehrsberuhigte Zone, aber es hält sich keiner dran“, weiß Christiane Müller vom Verein Leben in Biestow, der Susanne Koch und ihre Familie in ihrem Vorhaben mit der Aktion „Schritt halten! Machst du mit?“ unterstützt. Viele Autofahrer würden mit weit mehr als den erlaubten sieben Stundenkilometern durch das Wohngebiet fahren.

„Die Verantwortung liegt hier bei der Stadt“, so Koch. Denn laut Bebauungsplan sind für die Straße eigentlich zwölf versetzt stehende Bäume vorgesehen gewesen, die den Verkehrsraum für die Autofahrer einengen sollen. „Aber es weisen nur die Schilder darauf hin, bauliche Bedingungen für einen verkehrsberuhigten Bereich gibt es nicht im Wohnpark“, sagt die Mutter dreier Kinder. Laut Koch werden sie zum Teil sogar von den Autofahrern von der Straße gehupt. „Aber bei verkehrsberuhigten Straßen gibt es keine Gehwege, auf die man ausweichen könnte, da sie nun mal für alle Verkehrsteilnehmer vorgesehen sind: Autofahrer, Radler und Fußgänger“, erklärt Koch.

Das Problem kennen auch andere Anwohner des Wohnparks. „Viele haben in den 20 Jahren, in denen es das Wohngebiet gibt, schon versucht, etwas zu ändern. Nur hat es nie etwas gebracht“, weiß Klaus-Peter Müller, Vorsitzender des Vereins. Lediglich eine Temposchwelle in der Straße Büdnerei haben die Anwohner erkämpft. „Das bleibt aber ohne Wirkung. Wir bräuchten noch eine zweite und dritte“, fordert Anwohner Jan Magnussen.

Jetzt wollen die Biestower gemeinsam aktiv werden. „Am Mittwoch steht unser Anliegen auf der Tagesordnung der Ortsbeiratssitzung“, erklärt Müller. „Dort wollen wir dann einen Sofortantrag für drei Bremsschwellen stellen“, sagt Koch. „Außerdem wollen wir Lösungen vorschlagen, wie man die Autofahrer mehr auf die vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit hinweisen könnte, zum Beispiel mit Piktogrammen auf dem Asphalt“, hat sich Koch überlegt. Die Stadt müsse endlich etwas gegen die Versäumnisse und Fehlplanungen – es gibt keine Einengungen, die Straßen würden einen normalen Straßencharakter aufweisen – tun. „Denn so ist es einfach zu gefährlich für die Kinder, momentan dort zu spielen“, sagt Susanne Koch.

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