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Soziales Rostock? : Biestow-Zoff schürt Wohnraum-Debatte

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Nach Einwohnerversammlung: Verbraucherschützer fordern Sozialbau in Rostock und dem Landkreis.

Bis zu 7000 Wohneinheiten für fast 13 000 Rostocker will Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) im Süden Biestows bauen. Das hat die Stadtspitze mit Chef-Planer Ralph Müller am Montag auf einer Einwohnerversammlung vor 2000 Hansestädtern deutlich gemacht. Einfamilienhäuser und Mehrgeschosser sollen entstehen – für welchen Preis die irgendwann zu haben sein sollen, darüber wurde noch geschwiegen.

Verbraucherschützer sehen die geplante Stadtteilerweiterung als wohnungspolitische Chance für Rostock. Die Stadt könnte mit den verfügbaren Förderinstrumenten für preiswerte Wohnungen sorgen, sagt Jürgen Fischer, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale MV. Er kritisiert zudem den massiven Mangel an Sozialwohnungen und mahnt: „Wenn die Stadt nun schon selbst Flächen hat, kann sie die entsprechenden Bedingungen für sozialen Wohnraum schaffen“, so Fischer.

Auf der Versammlung am Montag war bekannt geworden, dass ein Großteil der Flächen Am Kringelhof dem kommunalen Wohnungsunternehmen Wiro gehört. Über Sozialbau wurde allerdings nicht gesprochen. „Rostock hat nicht nur zu wenig Wohnungen, es fehlen vor allem bezahlbare Wohnungen“, betont Fischer. Er schlägt vor, die Gemeinden im Umland mehr einzubeziehen und gemeinsam nach Wegen zur Bereitstellung von Wohnraum zu suchen.

Ihren Antrag zur Entwicklung einer Wohnungspolitischen Gesamtstrategie für die Hansestadt hat die federführende Fraktion die Linke gestern – einen Tag vor der heutigen Bürgerschaftssitzung von der Tagesordnung – zurückgezogen. In dem Papier fordert die Linke neben rein quantitativen Aussagen, wo wie viel Wohnraum für welche Zielgruppe geschaffen werden kann, auch Aussagen zur Qualität der anvisierten gesamtstädtischen Planung zu machen. Indikatoren wie soziale Infrastruktur, Arbeiten, Kultur, Gärten und Mobilität sollen berücksichtigt werden. Die Vorlage war bereits durch sämtliche Ortsbeiräte gegangen.

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