Bedrohung in Rostock : Bienen stehen unter Quarantäne

Bislang hat das Labor acht positive Befunde gemeldet.
Bislang hat das Labor acht positive Befunde gemeldet.

Amerikanische Faulbrut ausgebrochen. Behörden richten Sperrbezirke rund um die Gefahrengebiete ein

svz.de von
04. Juli 2014, 21:15 Uhr

Die Amerikanische Faulbrut setzt Rostocks Bienen zu: Bislang sind Völker in der Südstadt und in Warnemünde betroffen. Positive Laborbefunde gibt es dem  Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt zufolge bisher in acht Bienenhaltungen. Weitere Fälle sind aber nicht ausgeschlossen, da noch einige Laborergebnisse ausstehen. Das betrifft auch den Bereich Evershagen. Die Amerikanische Faulbrut befällt ältere Larven. Sie ist tödlich und  hochansteckend für die Insekten.

„Diese Bienenkrankheit hat jedoch keinerlei gesundheitsschädigende Auswirkungen auf den Menschen. Auch Honig der erkrankten Bienenvölker kann völlig unbedenklich verzehrt werden“, sagt Amtstierärztin Dr. Heike Schlösser.

Dennoch müsse die weitere Ausbreitung der Erkrankung verhindert werden. Deswegen haben die Behörden Sperrbezirke rund um die bislang bekannten Gefahrengebiete eingerichtet. In der Südstadt wird der Bezirk im Norden durch Südring, Goetheplatz, Goethe- und Herweghstraße begrenzt. Im Osten bildet die Bahnlinie am Schafweidenweg bis Dalwitzhof die Quarantänelinie, im Süden die Stadtgrenze und im Westen die Nobelstraße. Der Sperrbezirk in Warnemünde liegt zwischen Ostsee im Norden, Warnow im Osten, Neustrelitzer Straße in Lichtenhagen im Süden und Groß Kleiner Weg bis Diedrichshagen im Westen.

In diesen Zonen müssen alle lebenden Bienenvölker und Bienenstände unverzüglich vom Amtstierarzt untersucht werden. Tierhalter, die Bienenzuchten in diesen Gebieten unterhalten und dies bislang noch nicht beim Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt gemeldet haben, müssen dies unverzüglich nachholen. Bewegliche Bienenstände dürfen nicht von ihrem Standort entfernt und neue Bienenvölker nicht in den Sperrbezirk gebracht werden. Um weitere Übertragungen der Krankheit zu verhindern, sollten unter anderem auch keine lebenden oder toten Bienen, Waben, Wachs und benutzte Gerätschaften aus den Bienenständen entfernt werden.

Bisher hat das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt 150 Völker von 19 Imkern auf ihren Gesundheitszustand analysiert. Es weist darauf hin, dass alle Imker verpflichtet sind, Ihre Bienenhaltungen unter Angabe des Standorts und der Völkerzahl im Veterinäramt anzuzeigen. Wenn ein Imker bei seinen Völkern Anzeichen feststellt, die den Verdacht auf Faulbrut nahelegen, muss er dies unverzüglich bei seinem zuständigen Veterinäramt anzeigen.

Die Amerikanische Faulbrut wurde erstmals Anfang des 20. Jahrhunderts in Amerika wissenschaftlich beschrieben. Die Sporen des Erregers sind äußerst widerstandsfähig und können jahrzehntelang infektiös bleiben.

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