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Norddeutsche Neueste Nachrichten

21. Oktober 2017 | 12:40 Uhr

Jubiläum : BG Neptun zurück im ruhigen Fahrwasser

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Baugenossenschaft feiert 60-jähriges Bestehen: Rückblick auf Erfolge und eine schwere Zeit, in der Untreue-Vorwürfe im Raum standen

von
erstellt am 29.Apr.2014 | 08:00 Uhr

Gestern vor genau 60 Jahren haben 36 Mitarbeiter der ehemaligen Neptun-Werft in der Schiffbaukantine zusammengesessen und die Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft (AWG) gegründet. Diese hat die Stadtentwicklung in Rostock ganz entscheidend mitbestimmt. Die mittlerweile in Baugenossenschaft (BG) Neptun umbenannte AWG zählt heute rund 2600 Mitglieder und verfügt über 62 Wohn- und Geschäftsbauten in der ganzen Stadt.

In der Halle 207, nicht weit vom Ort der Gründung entfernt, wurde gestern das 60. Jubiläum der Baugenossenschaft gefeiert. Mit dabei waren nicht nur Vertreter aus Wirtschaft und Politik, sondern auch einige Gründungsmitglieder, die gemeinsam auf die Erfolge zurückblickten. In den ersten Jahren ging es vor allem darum, möglichst schnell neuen Wohnraum zu schaffen. Nach der Wiedervereinigung jedoch tat sich ein neues Problem auf: Leerstand. Die BG Neptun investierte in dieser Zeit intensiv in Balkone und Fahrstühle und versuchte damit die Wohnqualität zu steigern. Von „Edelplatten“ wurde damals gesprochen. Um den Wohnstandard auch in Zukunft hoch halten zu können, wird bis heute investiert. „Jedes Jahr geben wir 1,2 Millionen Euro für die Instandsetzung aus“, sagt Vorstandschefin Cornelia Verch. Als großen Erfolg verbucht die Baugenossenschaft auch die Wohnbebauung auf dem Gelände der ehemaligen Neptun-Werft. „Es hat mich sehr gefreut, dass die BG Neptun schon damals den Blick auf das Gelände gerichtet hat. Cornelia Verch hat immer schon die Chance gesehen, hier zu bauen und das Gelände wieder in das Stadtgefüge einzubringen“, sagt Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos). Heute erkennen auch andere Baugenossenschaften das große Entwicklungspotenzial des Geländes. Das sei für Rostock wichtig, schließlich wachse die Stadt wieder, so Methling. „Unsere rund 2600 Wohnungen sind heute fast komplett vermietet“, sagt Verch. Das nächste große Projekt ist darum schon in Planung. Im Petriviertel will die BG Neptun etwa 60 neue Wohnungen errichten. Die Gespräche mit Stadtvertretern laufen bereits.

Mit der BG Neptun bringen viele Rostocker aber nicht nur Erfolge in Zusammenhang. Hinter der Baugenossenschaft liegen auch sehr schwierige Zeiten. Das deutete auch der heutige Aufsichtsratsvorsitzende Klaus-Peter Beese an, als er sagte: „Wir haben die Baugenossenschaft mittlerweile wieder in ruhiges Fahrwasser geführt.“

Im Sommer 2007 begann für die Baugenossenschaft ein regelrechter Krimi. Staatsanwälte durchsuchten die Geschäftsräume, gegen Vorstands-Chefin Verch wurde wegen des Verdachts auf Bestechlichkeit und Untreue ermittelt. Sie soll die Firma ihres Ex-Mannes bei Aufträgen bevorzugt haben. Während Verch wegen Verdunklungsgefahr vorläufig in das Bützower Frauengefängnis kam, brach um die BG Neptun ein Machtkampf aus: Vorstand und Aufsichtsrat setzten sich gegenseitig vor die Tür. Im November 2007 wurde Beese zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. Er arbeitete hart da-ran, das angekratzte Image der BG wieder aufzupolieren.

Bis heute steht er hinter der Vorstandschefin Verch, gegen die die Ermittlungen eingestellt wurden. Gemeinsam schauen sie heute nach vorn – auf Maßnahmen zur Verbesserung der Wohn- und Lebensbedingungen in Rostock.

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