zur Navigation springen
Norddeutsche Neueste Nachrichten

13. Dezember 2017 | 00:39 Uhr

Aus dem Gericht : Beziehungsdrama in Biestow

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Anklage: Ehemann wollte seine Frau ersticken. Polizei brachte den 52-Jährigen per Schuss zu Fall

Das Landgericht Rostock eröffnete heute das Strafverfahren gegen den 52-jährigen Rostocker Detlef N. wegen versuchten Totschlags. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt ihn, am 21. August 2015 mehrmals versucht zu haben, seine Ehefrau zu töten.

Laut Anklage schlich er sich gegen 15 Uhr in das Schlafzimmer des gemeinsam bewohnten Einfamilienhauses im Sildemower Weg, in dem seine Ehefrau gerade ihre Mittagsruhe hielt. Er habe der schlafenden Frau das Kopfkissen unter dem Kopf weggezogen und es ihr dann auf das Gesicht gedrückt. Gleichzeitig soll er sie mit der freien Hand am Hals gewürgt haben.

Der Ehefrau gelang es, seine Hand von ihrem Hals wegzudrücken und sich zu befreien. Kurz danach sei der Angeklagte erneut im Schlafzimmer erschienen, diesmal mit einem Messer in der Hand. Mit den Worten: „Du hast unser Leben kaputt gemacht“, soll er mehrmals auf sie eingestochen haben, heißt es in der Anklageschrift.

Durch kräftige Abwehrbewegungen erlitt das Opfer Schnittverletzungen an der Hand. „Die Tötung seiner Frau konnte der Angeklagte nicht vollenden“, sagte die Staatsanwältin.

Die Staatsanwaltschaft erhob gestern eine zweite Anklage. Als die Tochter ihrer Mutter in der Schlafstube zur Hilfe kam, attackierte der Angeklagte auch sie mit dem Messer und verletzte sie an den Händen.

Die ankommende Polizei traf den 52-Jährigen am Nachmittag des Tattages auf der Straße an, bewaffnet mit einem Messer. Da er sich seiner Festnahme massiv widersetzte, musste die Polizei zur Schusswaffe greifen. Der Angeklagte erlitt dabei eine Verletzung am Knie, die stationär im Krankenhaus behandelt wurde. Seit dem 25. August 2015 befindet er sich in Untersuchungshaft.

Der Angeklagte hat sich bisher zur Tat nicht geäußert. Es gab gestern von der Staatsanwaltschaft den rechtlichen Hinweis, dass die Tat auch als gefährliche Körperverletzung gewertet werden könnte. Der Prozess wird am 24. Februar fortgesetzt. Als Zeugen sind die Ehefrau und die Tochter des Angeklagten geladen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen