Anwohnerparken : Bewohner bevorzugt

Gut geparkt: Klaus Pischel und Sohn Benedikt (8) haben einen Platz in der Harten Straße gefunden – in A3, der Östlichen Altstadt. Einen Bewohnerparkausweis beantragt der Altenpfleger seit acht Jahren. Und er fährt, beziehungsweise parkt, gut damit. Fotos: nicP
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Gut geparkt: Klaus Pischel und Sohn Benedikt (8) haben einen Platz in der Harten Straße gefunden – in A3, der Östlichen Altstadt. Einen Bewohnerparkausweis beantragt der Altenpfleger seit acht Jahren. Und er fährt, beziehungsweise parkt, gut damit. Fotos: nicP

Verkehrsbehörde prüft Zahl der vergebenen Ausweise und Kapazitäten / Engpass an der Kröpi und in der Nördlichen Altstadt

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24. März 2015, 12:00 Uhr

Wer einen Bewohnerparkausweis für die Kröpeliner Straße hat, ist damit nicht unbedingt privilegiert. Auf 200 Ausweise für das so genannte Gebiet A2 kommen nämlich nur 40 Plätze, die rein für Anwohner vorbehalten sind oder auf denen sie bevorzugt stehen.

Im Nachbarviertel ist es nicht viel besser. In der Nördlichen Altstadt, A1, gibt es 1380 Ausweise für Bewohner und Gewerbetreibende. 240 Plätze sind rein für Bewohner vorbehalten. Auf 420 stehen Bewohner frei, können aber auch andere mit Parkscheibe oder gegen Gebühr stehen. Insgesamt gibt es nur 730 Parkplätze in dem Gebiet der Nördlichen Altstadt.

Dennoch attestiert Knut Sandhop, Abteilungsleiter für Verkehrsangelegenheiten beim Stadtamt: „Mit dem Bewohnerparken in Rostock ist alles okay. Wir dachten, es gebe einen kritischeren Zustand.“ Entscheidend für diese Einschätzung ist die Rechtslage. Und die gibt die Straßenverkehrsordnung vor. Sie besagt, dass bis zu drei Bewohnerparkausweise auf einen theoretisch vorhandenen Stellplatz erteilt werden können. Das ist in Rostock für acht Bewohnerparkgebiete erfüllt und nur für die Kröpeliner Straße nicht. Dort kommen 4,3 Ausweise auf einen theoretisch berechneten Platz. Um den Missstand zu beheben, legt die Stadt A1, die Nördliche Altstadt, und A2, die Kröpeliner Straße, zusammen, heißt: A1-er dürfen bald auch in A2 stehen und umgekehrt. Und dann stimmt das Verhältnis. Mittelfristig soll sich für diese beiden angespanntesten Bewohnerparkgebiete Rostocks auch noch etwas mehr ändern. Die zuständigen Behörden empfehlen, das Verhältnis auf im Schnitt 1,6 statt 3 Ausweise pro Platz als Höchstgrenze zu bringen. Das Stadtamt als unterere Verkehrsbehörde und das Tief- und Hafenbauamt haben das Bewohnerparken zusammen analysiert und waren zu dem Schluss gelangt.

„Bewohnerparken ist immer etwas, wo nicht genügend Kapazität da ist“, erklärt Sandhop. Es wird eingeführt, wo der Parkdruck hoch ist, um die Lebensqualität für die Bewohner zu steigern, sagt sein Kollege Mike Wiedow. Mittelfristig will sich die Behörde jedes Gebiet genauer angucken und auch umordnen. Bleibt aber ein scheinbar unlösbares Problem: In vielen Wohnvierteln parken Berufspendler und erhöhen den Parkdruck. Wird dann Bewohnerparken eingeführt, ziehen die Pendler weiter. „Sie suchen sich ihre Lücken“, sagt Wiedow. Als in der Steintor-Vorstadt Bewohnerparken kam, zog es Pendler in die Südstadt. So ginge es immer weiter. Gerade prüfen er und Sandhop für die Augustenstraße, ob Bewohnerparken hilfreich wäre.

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