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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. November 2017 | 05:00 Uhr

Walter Kempowski : Bewahren des Mikrokosmos

vom

Im Gespräch mit Katrin Möller-Funck, Leiterin des Kempowski-Archivs im Klosterhof

svz.de von
erstellt am 05.Okt.2017 | 00:00 Uhr

Zehn Jahre nach seinem Tod – Was bedeutet Walter Kempowski heute für die Rostocker?

Ich glaube, dass er als Rostocker Autor wahrgenommen wird, der seiner Heimatstadt ein literarisches Denkmal gesetzt hat. Denen, die ihn gelesen haben, ist das sicher bewusst.

Was ist sein Erbe?

Sein Erbe sind seine vielen Bücher, seine Romane, das „Echolot“ und die Aufgabe, die er uns mitgegeben hat, dass wir weiter forschen und auch immer wieder auf seine Arbeitsweise aufmerksam machen: das Bewahren des Mikrokosmos der Geschichte.

Besteht die Gefahr, dass er vergessen wird?

Das hoffe ich nicht. Dafür tun wir – ich mit meinen Mitarbeitern und der Verein – eine ganze Menge, wie die Kempowski-Tage zu veranstalten oder die einwöchige Echolot-Lesung. Für 2019 sind wir in den Planungen für die zweite internationale Konferenz zur Forschung zum Werk Walter Kempowskis. Es wird auch immer wieder auf ihn Bezug genommen, auch von jüngeren Autoren wie Georg Henschel, der sich in seiner Tradition sieht. Kempowski regt auch immer wieder zur Forschung an. Wir betreuen gerade fünf Doktorarbeiten. Was ich schön finde, ist, dass jüngere Leute mit einem ganz neuen Blick an seine Romane herangehen.

Ist Kempowski auch ein touristischer Anreiz, Rostock zu besuchen?

Ja, ganz klar. Jedes Jahr, – und nicht nur in den Sommermonaten – kommen Leute her, besuchen das Archiv, und wollen auf Kempowskis Spuren wandeln. Es sind nicht nur deutsche Besucher. In diesem Jahr sind es ganz signifikant Schweizer und Niederländer.

Wie wird das Archiv in den nächsten zehn Jahren Akzente setzen?

Das Archiv will sich weiter vernetzen. Wir möchten mit der Kempowski-Stiftung Haus Kreienhoop die wissenschaftliche Forschung zu Kempowski vorantreiben. Das Archiv wird sich verstärkt in das vom Ministerium initiierte Ganztagsschulprojekt einbringen. Wir werden in den nächsten Jahren Akzente setzen. 2018 jährt sich die Gründung des Vereins und 2019 wäre sein 90. Geburtstag. Und: Wir wollen Besucher mit offenen Armen empfangen.

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