Prozess betrunkener Polizist : Bewährung, Geldstrafe und Führerschein weg

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Heute fiel das Urteil gegen einen betrunkenen Polizisten, der sich Mitte Dezember vergangenen Jahres mit seinen Kollegen eine wilde Verfolgungsjagd lieferte. Auf dem Beifahrersitz: seine 14-jährige Tochter.

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08. Juni 2015, 14:27 Uhr

Vor dem Rostocker Amtsgericht ist heute das Urteil gegen einen Polizisten gesprochen worden, der sich im Dezember vergangenen Jahres im betrunkenen Zustand eine spektakuläre Verfolgungsjagd durch Rostock und den Landkreis Rostock geliefert hatte. Vier Monate Gefängnis auf Bewährung, 14 Monate Führerscheinsperre und 2.000 Euro Geldstrafe.

Es waren unglaubliche Bilder, wie man sie eigentlich nur aus Actionserien oder Hollywoodstreifen kennt, die sich am Abend des 05. Dezember 2014 rund um Rostock abspielten. Die Polizei verfolgte kilometerweit einen flüchtigen Autofahrer, der sich einer Verkehrskontrolle entzogen hatte. Es ging mit rasender Geschwindigkeit durch die Rostocker Innenstadt. Immer wieder vollzog der flüchtende Pkw waghalsige Fahrmanöver und durchbricht Straßensperren. Dann raste der Flüchtige schließlich aus der City raus über die Autobahn in den Landkreis. Endlich konnten die zahlreichen Streifenwagen das verfolgte Fahrzeug in der Ortschaft Prisannewitz stoppen und die Beamten umstellten den Pkw.

Und dann die große Überraschung: Am Steuer einer ihrer Kollegen – volltrunken mit 2,45 Promille. Auf dem Beifahrersitz seine in Tränen aufgelöste 14-jährige Tochter, die verzweifelt versucht hatte, ihren Vater von der waghalsigen Flucht abzubringen, im Kofferraum der Familienhund. Dass bei der halsbrecherischen Verfolgungsjagd keiner zu Schaden kam, grenzt an ein Wunder.

Daher erhob die Staatsanwaltschaft Rostock nun auch Anklage wegen vorsätzlicher Straßenverkehrsgefährdung in Tateinheit mit Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Das Urteil: Eine Bewährungsstrafe von vier Monaten, eine Führerscheinsperre von 14 Monaten und eine Geldstrafe von 2000 Euro.

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