Kita und Hort : Betreuung wird teurer

Mehr Kosten für die Betreuung: 2700 Kinder besuchen in Rostock die Krippe, 6200 den Kindergarten. Die Erzieher werden seit Jahren unter Tarif bezahlt.
Mehr Kosten für die Betreuung: 2700 Kinder besuchen in Rostock die Krippe, 6200 den Kindergarten. Die Erzieher werden seit Jahren unter Tarif bezahlt.

Träger von Kita, Kindergarten und Hort zahlen ihren Mitarbeitern mehr Lohn / Platzkosten steigen

von
01. Januar 2016, 10:00 Uhr

Die Eltern von 13 900 Kindern müssen sich auf steigende Ausgaben für deren Betreuung in Kita, Kindergarten und Hort einstellen. Die Träger der Einrichtungen geraten durch Verhandlungen mit den Gewerkschaften unter Druck, ihren Mitarbeitern mehr Lohn zu zahlen. Viele Erzieher-Gehälter in Rostock liegen weit unter dem Tarif. „Das ist völlig legitim“, kommentiert Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) die Verhandlungen zugunsten besserer Löhne. Aber: Entsprechend sollen auch die Platzkosten teurer werden. Zur Kasse für diese sind nebst den Eltern auch Stadt und Land gebeten.

„Es wird ein schleichender Prozess im nächsten Jahr“, prognostiziert der Sozialsenator. Was er nicht akzeptieren will ist, dass steigende Löhne äquivalent zu höheren Platzkosten führen. Sein Senatsbereich verhandelt, ob nicht anderweitig in den Einrichtungen Geld gespart werden könne. Diese Verhandlungen passieren vor der Schiedsstelle auf Landesebene, besetzt mit Vertretern von Kommunen, Gemeinden und Trägern. Derzeit laufen noch acht Verfahren. „Teilweise sind mehrere Träger in einem Verfahren“, sagt Bockhahn.

Noch fehlt die Begründung für die Entscheidung zu Lasten der Stadt im Streit mit einem großen Träger von Mitte November. Dieser Fall könnte beispielhaft für weitere sein. Die Streitigkeiten vor der Schiedsstelle betreffen im Wesentlichen den Kita-Bereich, aber auch Hilfen zur Erziehung, die Arbeit von Sozialpädagogen. „Es gibt Träger, die haben 20 Prozent Abstand zum Flächentarif. Das lässt sich nicht in einem Monat klären“, sagt Bockhahn. Er erwartet, dass die gesamten Tarifstreitigkeiten für soziale Berufe Rostock noch über Jahre beschäftigen werden. Kosten? – Die ließen sich noch nicht beziffern, befindet Bockhahn. Klar bleibt: „Für die kommenden Monate und Jahre haben wir mit spürbaren Erhöhungen zu rechnen.“ Er erwartet allein beim städtischen Haushalt Kostensteigerungen von wenigstens einer Million Euro.

Von der Schiedsstelle erwartet Jugendamtsleiter Robert Pfeiffer kein Votum zugunsten der Stadt. Das habe sie auch in den vergangenen vier Jahren nie abgegeben. Die acht Jugendamtsleiter der sechs Landkreise und der zwei kreisfreien Städte Rostock und Schwerin haben sich zusammengetan. Sie haben Zweifel, dass die Schiedsstelle ihre Neutralität wahrt und ziehen in Erwägung, das Innenministerium einzuschalten. Gemeinden und Städte haben sich noch nicht positioniert.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen