Rostocker Zoo : Besucher auf Spuren der Tierpfleger

Das Eisbärenbaby und Vilma kuscheln draußen.
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Das Eisbärenbaby und Vilma kuscheln draußen.

Bei Spezialführungen können Gäste einen Blick hinter die Kulissen der Arbeit auf der historischen Bärenburg werfen

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28. März 2015, 12:00 Uhr

Tierpfleger René Schoknecht stellt den mit Heringen gefüllten Eimer auf das Geländer der Bärenburg im Rostocker Zoo. Das Gefäß ist so voll, dass die Fischschwänze hinausragen. Die Eisbären Lars und Vienna blicken den Eimer ganz ungeduldig an, um endlich von den silbrigen Fischen kosten zu dürfen. Und dann beginnt die Fütterung. René Schoknecht schnappt sich einen Hering und wirft diesen ungezielt in das Wasser des Geheges. Eisbärin Vienna springt rasch ins Wasser und greift sich ihre Mahlzeit mit dem Maul. „Wie eine Dame legt sie sich den Fisch grazil auf die Pfote und isst ihn von dieser langsam auf. Äpfel pickt sie mit einer Kralle auf und verspeist sie dann wie an einem Spieß“, erklärt der Rostocker Tierpfleger mit einem Lachen.

Diese und weitere Hintergrundinformationen rund um die Bären im Zoo gibt es für die Tierparkbesucher bei einer neuen Führung. „Nach der Geburt unseres kleinen Eisbären sind alle ganz neugierig auf die Geschehnisse hinter den Kulissen und deswegen möchten wir unseren Gästen dies auch zeigen“, sagt Marketingchef René Gottschalk. Neben den anschaulichen Erklärungen zur Arbeit mit den Bären wird es auch darum gehen, wie sich das Leben in und um die Bärenburg im Laufe der Zeit gewandelt hat. „Es ist aber immer Vorsicht geboten, denn so süß die Bären auch sein können – sie sind Raubtiere“, betont Schoknecht. Ein Meter Abstand muss zwischen den Käfigen und den Pflegern sein, ansonsten werde es zu gefährlich. „Denn Bären sind furchtbar neugierig und spielfreudig. Sie wollen mit ihren Tatzen alles erkunden und anfassen – das kann dann schon mal schmerzhaft werden.“

Einen besonderen Höhepunkt bietet der Rostocker Zoo mit dem Blick in die Wurfhöhle, in der der jüngste Eisbärennachwuchs mehr als drei Monate verbracht hat und aufgewachsen ist. Mit zwei Kameras wurden der kleine Eisbärenjunge und Mama Vilma rund um die Uhr beobachtet.

„Erwachsene und Kinder dürfen bei den Spezialführungen die gleichen Wege wie die Pfleger gehen“, so Marketingchef Gottschalk. Hintergrund der Aktion ist zudem, dass viele der tierischen Zoo-Bewohner wie Eisbär Lars und auch die beiden Braunbären Wanja und Misho Rostock wegen des Polariums-Neubaus bald verlassen müssen. „Die Bärenburg ist ziemlich veraltet – zu Beginn gab es dort nur Steinplatten, jetzt ist wenigstens Sand vorhanden. Deshalb freue ich mich wirklich sehr auf das Polarium“, sagt der Rostocker Tierpfleger. Neben mehr Bewegungsfläche soll es auch ein Filtersystem für die Wasserbecken geben. „Noch müssen wir das alte abpumpen und neues Wasser nachkippen. Das wird dann hygienischer für die Bären“, fügt René Schoknecht hinzu.

Die Spezialführungen werden am 7., 9. und 10. April jeweils von 14 Uhr an angeboten.

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