Evershagen-Dorf : Besserer Schutz vor Hochwasser

Bei der Begehung erklären Ingenieurin Juliane Müller und Norbert Wieting vom Umweltamt (r.) Anwohner Felix Walter das neu entstandene Grabensystem, das Evershagen-Dorf in Zukunft besser vor Hochwasser schützen soll.
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Bei der Begehung erklären Ingenieurin Juliane Müller und Norbert Wieting vom Umweltamt (r.) Anwohner Felix Walter das neu entstandene Grabensystem, das Evershagen-Dorf in Zukunft besser vor Hochwasser schützen soll.

Als Reaktion auf die Überschwemmungen 2011 wurde in Evershagen-Dorf ein Grabensystem gebaut – jetzt ist es fertig

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26. Juli 2015, 12:00 Uhr

Vor genau vier Jahren ist die Hansestadt von den heftigsten Regenfällen seit Jahrzehnten heimgesucht worden, knapp 344 Liter sind damals auf den Quadratmeter gefallen. Neben Warnemünde, Hinrichsdorf und Nienhagen litten besonders die Anwohner der Siedlung Evershagen-Dorf unter den Wassermassen, kämpften mit stark überschwemmten Straßen und unterspülten Kellern. Als Reaktion auf die Katastrophe ist ein Grabensystem entstanden, mit dem das Wohngebiet zukünftig besser vor Starkregen geschützt ist. Gestern gab es eine Begehung, bei der sich die Mitglieder des Ortsbeirates Evershagen und der nach dem Hochwasser gegründeten Bürgerinitiative ein Bild vom neuen Entwässerungssystem machen konnten.

Unter anderem ist am westlichen Rand des Wohngebietes ein vier Meter tiefer Fanggraben entstanden. „Er ist so angelegt, dass abfließendes Wasser dort durchläuft“, sagt Norbert Wieting vom Umweltamt der Stadt. Damit der Graben entstehen konnte, musste die Plantage des Unternehmens Rostocker Obst ein Stück zurückweichen. Da die Bäume an die südliche Seite der Siedlung grenzen und dort auch weniger Platz ist, wurde ein unterirdischer Fanggraben gebaut.

Die Teilnehmer der Begehung zeigten sich zufrieden mit dem Entwässerungssystem. „Das gibt eine Sicherheit, die vorher nicht vorhanden war“, sagte Felix Walter von der Bürgerinitiative. Bei aller Zufriedenheit gab es jedoch auch Kritik. So sprach der Ortsbeiratsvorsitzende Niels Schönwälder einige Punkte an, die im Sinne der Anwohner noch umgesetzt werden müssten, darunter die Instandsetzung von Leitungen im Sievershäger Weg. Für Bau- und Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne) ist das entstandene System ein Erfolg. Er sagt: „Es ist fast bis ins Detail alles abgearbeitet.“ Auf seine Initiative hin wurde nach den Regenfällen eine Arbeitsgruppe gegründet, in der mit betroffenen Anwohnern ein Konzept entwickelt wurde, das letztlich als Basis für das Schutzsystem diente. Auch für zukünftige Projekte hat die Hansestadt aus dem Hochwasser von 2011 gelernt. So ist in diesem Jahr das Integrierte Entwässerungskonzept (Intek) fertig geworden, das detaillierte Karten und Oberflächenmodulationen enthält, um besonders gefährdete Gebiete hervorzuheben. „Diese Karten gelten jetzt bei jedem neuen Bebauungsplan als Grundlage“, so Matthäus. Das Konzept stoße auch über Rostock hinaus auf Interesse. „Ich habe es schon in Italien vorgestellt und auch andere deutsche Kommunen schauen darauf“, so Matthäus.

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