Warnemünde : Bernstein-Museum in Mini

Das Bernstein-Schiff zählt zu den besonderen Exponaten von Museumsleiter Ulf Erichson.  Fotos: Mapp
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Das Bernstein-Schiff zählt zu den besonderen Exponaten von Museumsleiter Ulf Erichson. Fotos: Mapp

Ulf Erichson erfüllt sich in der Mühlenstraße einen Traum. Er ist Experte rund um das Gold des Meeres.

svz.de von
26. August 2016, 12:00 Uhr

Wer etwas über Bernstein erfahren will, für den gibt es in der Warnemünder Mühlenstraße 3 eine neue Adresse. Dort hat Ulf Erichson, langjähriger Direktor des Bernstein-Museums Ribnitz-Damgarten, jetzt ein eigenes kleines Bernstein-Museum eröffnet. Ursprünglich sollte es eine Kunstgalerie werden. „Aber davor haben viele Leute eine Scheu“, sagt der 56-Jährige und konzipierte seine Idee um.


Künstler Helmers führt sein Handwerk vor


Deshalb hat der Bernstein-Experte die Galerie in ein Museum im Mini-Format verwandelt. Dort gibt es besondere Stücke und Informationen rund um das Gold des Meeres, das sich wachsender Nachfrage erfreut. In drei Räumen zeigt Erichson Exponate zu verschiedenen Themen, auf 25 Informationstafeln gibt es Erklärungen. In einem Raum finden sich beispielsweise Einschlüsse in Bernstein, dazu die Kulturgeschichte. Der Betreiber fertigt selbst auch kleine Plastiken an und führt Besuchern das Bernsteindrechseln vor.

Außerdem existiert ein Bereich mit Bernsteinplastiken des Künstlers Gerhard Helmers. „Während Jan Holschuh der führende Bernsteinkünstler des 20. Jahrhunderts war, so ist es Gerhard Helmers für mich vom 21. Jahrhundert“, bescheinigt er dem Bildhauer. Der erhielt von seinem Künstlerfreund Christian Gusewski den ersten Bernstein geschenkt. Seitdem ist er fasziniert von diesem Naturmaterial. Helmers erinnert sich, wie er auf einem Markt in Polen für 360 Mark Bernstein gekauft hat und am Ende beide glücklich waren: Der junge Verkäufer und der Künstler.

Helmers gelingt es mit seinen Arbeiten, dass jede für etwas anderes steht: Mal verkörpert eine Plastik Leichtigkeit, eine andere wirkt so, als ob der Wind den Stein geformt hat. Auch die poetischen Namen unterstreichen die Ausstrahlung: Seine Werke heißen „Leise schwingend“, „Sich entfalten“ „Mit dem Wind“ oder „Sich öffnen“. Faszinierend sind weiterhin die Farbstrukturen. Helmers ist morgen von 10 bis 18 Uhr im Museum und arbeitet an weiteren Plastiken. Insgesamt hat er seit 1989 über 90 Arbeiten geschaffen. „Das Problem ist, dass es wenig so große Bernsteine gibt“, so Helmers.

Im Bernstein-Museum werden gratis Gutachten erstellt. Inhaber Erichson demonstriert, wie man echten Bernstein von Fälschungen oder Plastikimitaten unterscheiden kann. Das lässt sich schon am Klang nachvollziehen. Der Eintritt ins Museum ist frei.

Geöffnet dienstags bis freitags von 10 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr, morgen 10 bis 18 Uhr

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