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Norddeutsche Neueste Nachrichten

25. November 2017 | 12:32 Uhr

Benzin im Nordosten so teuer wie nie

vom

svz.de von
erstellt am 20.Aug.2012 | 06:46 Uhr

Schwerin/Rostock | Ob Schwerin, Hagenow oder Güstrow - zwischen 1,74 Euro und 1,77 musste gestern für einen Liter Super ausgegeben werden, der Dieselpreis kletterte in der Landeshauptstadt sogar auf 1,57 Euro. Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg liegen laut der Fach-Internetseite benzinpreis.de bundesweit an der Spitze. Besonders bemerkenswert: An der Grenze zu Polen, in Pasewalk, kostete der Liter Super gestern zwischen 1,63 und 1,65 Euro, der Dieselliter zwischen1,44 und 1,46 Euro. Am billigsten im Ländervergleich ist der Treibstoff in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg.

Der Spritpreis hatte schon am vergangenen heißesten Wochenende des Jahres einen Rekordwert erreicht. Autofahrer mussten im bundesweiten Durchschnitt am Samstag 1,692 Euro je Liter Super E10 bezahlen - so viel wie noch nie. Damit knackte der Benzinpreis die bisherige Rekordmarke von 1,674 Euro vom 18. April, wie der ADAC gestern mitteilte. Angesichts des weiter hohen Rohölpreises rechnen die Ölmultis in absehbarer Zeit auch nicht mit einem grundsätzlichen Rückgang der Preise. Seit dem Tiefstand vor etwas mehr als sieben Wochen hat der Rohölpreis um rund 30 Prozent zugelegt. Auch gestern stieg der Ölpreis: Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Oktober kostete gegen Mittag 114,56 US-Dollar. Das waren 85 Cent mehr als zum Wochenausklang. Der ADAC sieht auch in der Reisezeit einen Grund für die anhaltend hohen Preise: Die größere Nachfrage nach Benzin und Diesel führe zu steigenden Preisen, zudem mache der schwache Euro den an internationalen Börsen in Dollar gehandelten Sprit für die Verbraucher teurer. Auch steigende Aktienkurse ziehen seit Jahren oft höhere Ölpreise nach sich, denn eine bessere Konjunktur heizt die Ölnachfrage an. Die hohen Preise machen auch der mecklenburg-vorpommerschen Wirtschaft zu schaffen, sagte der Sprecher der Vereinigung der Unternehmerverbände für MV (VUMV), Jens Matschenz. Besonders der Hotel- und Gaststättenbereich sowie die Baubranche klagten. "Die Hoteliers haben schon Hinweise, dass bestimmte Reisen nicht mehr angetreten werden", sagte er. Das beträfe vor allem Gäste aus weiter entfernten Regionen, wie beispielsweise Nordrhein-Westfalen. Das Bundesland gilt als eines der wichtigsten Quellgebiete für den hiesigen Tourismus. "Die Gäste von dort zählen auch nicht zu den Großverdienern - und ihr Budget wird auch nicht größer, sodass sie schon bei einer Buchung auf die Tankrechnung schauen. Die Baubranche ihrerseits klage schon länger über die Dieselpreise, sehe aber auch keinen Ausweg, so Matschenz: "Sie sitzen in einer Preisklemme, weil sie die Treibstoffkosten nicht an die Bauherren weiterreichen können."

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