WARNEMÜNDE : Beirat pocht auf Kurtaxe

Müssen bald auch Touristen, die mit dem Wohnmobil nach Warnemünde kommen, Kurtaxe zahlen? Wenn die Stellplätze die entsprechende Infrastruktur bieten würden, wären sicher einige bereit dazu.
Müssen bald auch Touristen, die mit dem Wohnmobil nach Warnemünde kommen, Kurtaxe zahlen? Wenn die Stellplätze die entsprechende Infrastruktur bieten würden, wären sicher einige bereit dazu.

Wohnmobile, Motor- und Segelboote sollen auch zur Kasse gebeten werden. Prechtel bereitet Beschlussvorlage für die Bürgerschaft vor

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26. Januar 2016, 12:00 Uhr

In Sachen Kurtaxe lässt der Warnemünder Ortsbeirat nicht locker. Oder besser gesagt: Er bleibt konsequent am Thema dran. Jetzt hat Beiratsvorsitzender Alexander Prechtel (CDU) eine Beschlussvorlage für die Bürgerschaftssitzung am 16. April eingereicht. Bevor die Bürgerschaft dann dort eine Grundsatzentscheidung fällt, ob Gäste mit Wohnmobilen, Motor- und Segelbooten Kurtaxe zahlen müssen, befassen sich bereits im Februar die Ausschüsse für Wirtschaft und Tourismus sowie Finanzen mit dem Thema.

In der Beschlussvorlage des Warnemünder Ortsbeirates wird Rostocks Oberbürgerbürgermeister beauftragt, durch geeignete organisatorische Maßnahmen sicherzustellen, dass künftig satzungsgemäß die Kurabgabe von Urlaubern erhoben wird, die mit Wohnmobilen sowie Segel- oder Motorbooten in Warnemünde, Diedrichshagen, Hohe Düne oder Markgrafenheide übernachten. Außerdem pocht der Beirat Warnemünde auf die Antwort der Frage, weshalb entgegen der Kurabgabensatzung in den genannten Fällen bisher keine Kurtaxe erhoben wird.

Prechtel betont, dass sich zwischen Juni und September nach privaten Zählungen täglich um die 100 Wohnmobile vor Ort aufhalten. Auch die Zahl der Segel- und Motorboote sei erheblich.

„Durch den satzungswidrigen Verlust sind der Stadt in den vergangenen Jahren Einnahmen in Hohe von mehreren 100 000 Euro verloren gegangen“, rechnet Prechtel vor. Nach Ansicht des Warnemünder Ortsbeirates könnte das Geld relativ leicht erhoben werden. Und zwar durch die Betreiber der Yachthäfen, der Rohrmann’schen Koppel, Mittelmole und der Jugendherberge. Auch eine Lösung über 450-Euro-Zeitkräfte wäre denkbar.

Kühlungsborn ist Warnemünde in dem Punkt voraus: Dort ist in der Liegeplatzgebühr für ein Boot bereits die Kurtaxe für eine Person enthalten. Jede weitere muss zusätzlich Kurtaxe zahlen. Die Position der Tourismuszentrale hat sich in dem Punkt nicht geändert: „Auf Parkplätzen, die ausschließlich als Abstellmöglichkeit genutzt werden, kann derzeit keine Kurtaxe erhoben werden, weil die touristische Infrastruktur dafür nicht vorgesehen ist“, betont Marketing-Sprecherin Beate Hlawa. „Wenn es sanitäre Einrichtungen, Strom- oder Wasseranschlüsse gibt, dann würden die Gäste sicher eher zu dieser Abgabe bereit sein“, vermutet sie.

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