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18. Oktober 2017 | 04:11 Uhr

Beirat lehnt Lift zum Café ab

vom

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erstellt am 11.Okt.2012 | 10:37 Uhr

Warnemünde | Die Mitglieder des Ortsbeirates von Warnemünde haben mehrheitlich den Antrag der Deutschen Immobilien AG abgelehnt, am Nordgiebel nachträglich einen Fahrstuhl anzubauen. Mit diesem sollten Rollstuhlfahrer die Möglichkeit bekommen, von der Promenade in das Café zu gelangen. "Die Entscheidung richtet sich nicht gegen Menschen mit einer Behinderung", betont Beiratsvorsitzender Alexander Prechtel (CDU). "Wir haben es aber satt, dass immer im Nachhi nein mehr gebaut und das Projekt verändert wird", sagt er. Diesen Gedanken hätten die Planer von Beginn an berücksichtigen können. "Das so genannte Baukastenprinzip des Konzepts scheint sich in diesem Punkt fortzu setzen", sagt Prechtel. "Dann muss man umplanen und auf Zimmer oder anderen Platz verzichten und den Lift innen integrieren", sagt der Beiratsvorsitzende.

Für Investor Hans-Joachim Hasse von der DSR Immobilien GmbH ist das nicht nachvollziehbar. "Wir wollten auf die Forderung der Behindertenbeauftragten reagieren, die eine Nachbesserung im Auftrag von Menschen mit Handicap gefordert hat", sagt er. Dieser Argumentation wollte sich das Unternehmen nicht verschließen, sondern darauf eingehen und mit dem nachträglichen Anbau für Gleichberechtigung sorgen. "Ich würde gern noch einmal die Möglichkeit haben, das Projekt im Ortsbeirat vorzustellen", sagt Hasse, der auf ein Einlenken hofft.

Der Ortsbeirat von Warnemünde hat es satt, Feigenblatt-Gremium zu spielen und immer wieder Bauanträge abzunicken, obwohl die Arbeiten schon begonnen haben. Satt habe es der Beirat auch, Anträge für Maßnahmen von größerem Umfang gar nicht erst vorgelegt zu bekommen oder wie im aktuellen Fall im Nachhinein mehr genehmigen zu müssen, als es vorher gedacht war. Denn bei einem Neubau dieser Dimension und einem erfahrenen Investor sollte Barrierefreiheit vorher bedacht werden. Rostocks Behindertenbeauftragte Petra Kröger kann sich in die Lage aller Beteiligten hineinversetzen. Weil das Hotel vorher daran nicht gedacht hat, hat sie diesen Wunsch der Rollstuhlfahrer nachgereicht. "Viele von ihnen haben sich die Erschließung über die Promenade gewünscht", sagt sie. Für Menschen ohne Handicap gibt es dort Treppen.

Grundsätzlich gelangen Menschen mit Rollstuhl, Rollatoren oder Kinderwagen über den Eingang vom A-Ja-Resort zum Café mit Seeblick. Es ist nur umständlicher.

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