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Parken in Warnemünde : Beirat gegen die Dünen-Tiefgarage

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Standortuntersuchung bewertet elf potenzielle Parkflächen. Baurecht liegt nicht vor

svz.de von
erstellt am 15.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Lange hat es symbolisch in der Schublade geschmort, jetzt wurde das Parkraumkonzept für Warnemünde präsentiert. Es gilt bisher nur als Ergebnis einer Standortuntersuchung, die das Büro SHP-Ingenieure im Auftrag der Hansestadt Rostock durchgeführt hat. Heiko Tiburtius, Leiter des Amts für Verkehrsanlagen, hat es vorgestellt. Elf Standorte wurden nach zwölf Bewertungskriterien unter die Lupe genommen. Die reichten von der Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr, die Umwelt- und Flächensensibilität über Ausgleichsmaßnahmen bis hin zur Wirtschaftlichkeit und damit letztendlich die Attraktivität für Besucher.

Sehr umstritten ist in Warnemünde der Bau einer Tiefgarage unter den Dünen. „Der Beirat ist gegen so ein Vorhaben, weil wir den Verkehr nicht in den Ort hinein-, sondern eher herausziehen wollen“, sagt Ortsbeiratsvorsitzender Alexander Prechtel (CDU). „Es ist davon auszugehen, dass viele trotzdem hinfahren würden, die das Schild ,besetzt’ lesen, weil sie denken, sie finden trotzdem noch was“, prophezeit Prechtel. Etwas spricht für ihn noch dagegen: „Irgendwann wird es ohne Aufbauten für Restaurants unwirtschaftlich und schon liegen Hotels wie das Hübner und weitere in der zweiten Reihe“, sagt er. Auch das Ingenieurbüro kommt zu dem Schluss: Für den Standort Seepromenade Ost gibt das Ingenieurbüro eine ungünstige Bewertung ab. Es heißt in der Begründung: „Zur Erschließung der Anlage müssen die Verkehrsströme in den Ort hereingeführt werden, aus dem sie eigentlich herausgeführt werden sollen“.

Der Beirat sprach sich gegen ein sechsgeschossiges Parkhaus auf der Mittelmole aus. „Darunter leidet die Silhouette“, begründete Prechtel. In einem Punkt beruhigte Tiburtius die Warnemünder: Für die Vorhaben mit der Tiefgarage unter den Dünen gibt es noch kein Baurecht. Abhilfe beim Parkproblem haben zudem die 725 Stellflächen im Parkhaus Molenfeuer geschaffen.

Kommentar von Maria Pistör: Parken – Thema mit Zündstoff
Das Parkraumkonzept Warnemünde enthält reichlich emotionalen Zündstoff. Besonders die Idee vom Parken unter den Dünen. Der Ortsbeirat sieht darin den Grund, warum die Vorstellung des Konzeptes von der Stadt stets vertagt worden ist. Bei der Hanse Sail hat sich gezeigt: Das Abriegeln des Ortskerns, das Parkhaus am Molenfeuer, das spontane Öffnen der Bauflächen auf dem Gelände, die Parkhäuser und der Eventparkplatz haben den Ansturm bewältigt. Größer als zur Sail wird er kaum. Wozu muss mit dem Dünenparkhaus Suchverkehr in den Ort gezogen werden? Das macht wenig Sinn. Es ist wichtiger, ein gutes Shuttle-System aufzubauen und den Ort von Autokolonnen und Abgasen freizuhalten.
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