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Norddeutsche Neueste Nachrichten

17. November 2017 | 18:58 Uhr

Bei Anruf Abzocke

vom

svz.de von
erstellt am 17.Apr.2013 | 08:00 Uhr

Rostock | Mit ihr nicht: Astrid Susemihl aus Bargeshagen hat gestern einen dreisten Telefonbetrüger abblitzen lassen - und will jetzt andere vor der Masche warnen. Der Anrufer hatte sich als Mitarbeiter von Vodafone ausgegeben. "Er wollte am gleichen Nachmittag noch vorbeikommen, um die Leitungsgeschwindigkeit durchzumessen, wie er sagte", so die 66-Jährige. Das Verhalten des Mannes und seine Antworten auf ihre Nachfragen riefen bei ihr ein komisches Gefühl hervor, sie ließ sich nicht auf eine Terminvereinbarung ein. "Als ich dann beim Vodafone-Shop anrief und nachfragte, sagte man mir, dass es kein Mitarbeiter von ihnen sei und man die Leitungsgeschwindigkeit auch am Computer prüfen könnte."

Auf die Tricks fallen längst nicht nur ältere Menschen herein

Mit Anrufern, die sich illegalerweise als Vertreter einer Firma ausgeben, kennt sich das Unternehmen Vodafone aus. "Doch wir schicken niemanden für eine Leitungsprüfung raus, ohne dass die Kunden vorher bei uns eine Störung oder Ähnliches gemeldet und selbst mit uns einen Termin vereinbart haben", sagt Vodafone-Sprecher Volker Petendorf. Er hat die Unternehmenssicherheit über den Vorfall informiert. "Gegen Trickbetrüger gehen wir entschieden vor."

Auch bei der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern kennt man die Masche. "Die Anrufer geben sich als Mitarbeiter von Firmen aus, die bekannt sind und so vertrauenswürdig wirken, also zum Beispiel Telekom, Vodafone, die Stadtwerke oder andere Versorger", sagt Matthias Wins. Der Jurist von der Verbraucherzentrale rät immer zur Vorsicht. "Im Normalfall vergeben die Firmen ihre Termine nicht nur telefonisch, sondern kündigen das vorher an", so Wins. Im Störungsfall seien es eh die Kunden, die aktiv bei den Anbietern anrufen und um einen Termin bitten. "Wer so einen Anruf bekommt, sollte sich im Zweifelsfall immer selbst bei der Firma melden und rückversichern", sagt der Experte. In den meisten Fällen käme dann heraus, dass es sich um eine dubiose Masche handelte.

Die Anrufer würden dabei nicht immer auf einen Diebeszug aus sein. "Bei den Fällen, von denen wir hören, dienen die Termine dazu, den Menschen ein Angebot aufzuschwatzen", sagt Wilms. Auf diese Tricks würden laut dem Juristen nicht nur ältere Menschen hereinfallen, sondern alle Generationen. Der Fachmann für Verbraucherschutz warnt: "Was die Leute unterschätzen, ist die Professionalität der Täter - sie öffnen ihnen die Tür und wollen freundlich sein, unterschätzen aber deren rhetorisches Geschick."

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