Baumhaus-Bande will den Rasern Einhalt gebieten

Stehen mit ihren Schildern an verschiedenen Straßen in Admannshagen und weisen auf die zulässige Höchstgeschwindigkeit hin: Finja Haprich, Eva Löffler, Felix Dewor, Nikolas Müller, Jonas Haprich, Tino Gottschall und Malte Philipp (v. l.). Claudia Labude-Gericke
Stehen mit ihren Schildern an verschiedenen Straßen in Admannshagen und weisen auf die zulässige Höchstgeschwindigkeit hin: Finja Haprich, Eva Löffler, Felix Dewor, Nikolas Müller, Jonas Haprich, Tino Gottschall und Malte Philipp (v. l.). Claudia Labude-Gericke

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26. November 2012, 09:54 Uhr

Admannshagen | Auf bunter Pappe haben die Kinder ihr Anliegen verewigt. "Achtung - kein Scherz bitte" steht da und außerdem die Zahlen 30 und 50. Mit den Schildern stehen die Admannshäger Jungen und Mädchen immer mal wieder an der Hauptverkehrsstraße, die durch ihren Ort führt, und weisen auf die jeweilig einzuhaltende Höchstgeschwindigkeit hin.

Finja Haprich, Eva Löffler, Felix Dewor, Nikolas Müller, Jonas Haprich, Tino Gottschall und Malte Philipp sind Freunde. Sie nennen sich "Baumhaus-Club" und haben in einem Baum an der Poststraße einen kleinen Bretterverschlag gebastelt, der ihnen als Treffpunkt dient. Von dort aus sehen die Kinder, wie die Autos vorbeirasen. "Ich bin schon einmal fast von einem Motorrad angefahren worden", sagt Felix. Er hat zusammen mit seinen Freunden Unterschriften gesammelt, um die Verkehrsberuhigung des Ortes weiter voranzutreiben. Wenn sie mit ihren Schildern an der Straße stehen, erleben die Kinder eigenen Aussagen nach viele nicht so nette Reaktionen. Autofahrer zeigen ihnen den Stinkefinger oder drohen mit der Faust. Das hat auch Annette Opolka mitbekommen, die im Ort als Tagesmutti arbeitet und die Initiative der Kinder lobenswert findet. Schließlich kennt sie die Raser, die durch den Ort brettern, aus eigenem Erleben. Doch bisher sei von Seiten der Gemeinde nichts passiert. "Es wird immer viel darüber geredet, aber an der Situation ändert sich trotzdem nichts", sagt Opolka.

Bürgermeister Hans-Peter Stuhr (parteilos) will das so nicht stehen lassen. Bereits im vergangenen Jahr hätte er mit dem Straßenverkehrsamt des Kreises gesprochen und eine Verkehrszählung beauftragt. "Die hat ergeben, dass zur Hauptverkehrszeit am Morgen gut 130 Fahrzeuge durch den Ort fahren - das reicht laut Gesetzeslage aber leider nicht aus, um einen Fußgängerüberweg zu rechtfertigen", sagt Stuhr. Alles, was die Gemeinde hätte machen können, sei das Aufstellen von Warnschildern wie "Achtung Kinder" gewesen, die aber keine Grundlage verkehrsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Die Kinder vom Baumhaus-Club sind traurig, dass sich an der Situation nichts ändert. "Von dem Verkehrsamt war schließlich noch keiner hier vor Ort", sagt Jonas. Um den kleinen Nachwuchs-Sheriffs aus dem Ort nicht gänzlich die Hoffnung zu nehmen, will Stuhr den Kontakt zur Polizei suchen, um eventuell eine Geschwindigkeitskontrolle vor Ort anzuregen.


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