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Schwere Geburt für die “Berlin“ : Baufinale für Gedser-Fähren

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Bis zum Jahresende soll die „Berlin“ in Betrieb gehen. Erfolgreiche Dänemark-Route: Fünf Prozent mehr Lkw, zehn Prozent mehr Pkw

svz.de von
erstellt am 02.Dez.2015 | 11:33 Uhr

Was lange währt, wird nun wohl gut. Nach einer schweren Geburt steht die „Berlin“, die erste der beiden neuen Scandlines-Hybridfähren für die Route Rostock-Gedser, auf der dänischen Fayard-Werft bei Odense kurz vor der Fertigstellung. Sie wird voraussichtlich ihren Betrieb noch vor dem Jahreswechsel aufnehmen, bestätigt Scandlines-Sprecherin Anette Ustrup-Svendsen. Zuvor werden in den nächsten paar Wochen die Probetörns, Anpassungsfahrten zum neuen Fährbett und letzte Feinarbeiten stattfinden. Die „Copenhagen“ wird dann einige Monate später folgen.

2015 war für Scandlines, so betont die Sprecherin, ein erfolgreiches Jahr. Der Verkehr vom mittel- und osteuropäischen Korridor wächst. Bei der Fracht liegt das erreichte Niveau inzwischen wieder wie vor der Finanzkrise.

Auf der Route Gedser-Rostock ist gegenüber dem Vorjahr ein Zuwachs bei den Pkw von mehr als zehn Prozent zu verzeichnen und auch bei den Lkw sei der Anstieg auf beiden Routen generell sehr zufriedenstellend. Der Zuwachs auf der Gedser-Linie lag hier bei fünf Prozent. Auch die Ergebnisse im Border-Shop im Rostocker Hafen werden bei Scandlines als sehr gut gewertet.

Mit Erwerb, Umzug und Erweiterung des Easymarkeds wurde eine sinnvolle Ergänzung der Angebotspalette erreicht, sodass jetzt gleich zwei Einkaufsmöglichkeiten in zentraler Lage zur Dienstleistungsvielfalt des Rostocker Seehafens beitragen.

Während des letzten Quartals des Jahres hofft das Fährunternehmen auf anhaltendes Wachstum. Hierzu, so Ustrup-Svendsen, sollen der Weihnachtsverkehr sowie Kurztrips der Dänen zu den traditionellen deutschen Weihnachtsmärkten im Norden und Osten Deutschlands positiv beitragen. Im Rostocker Markttreiben sind skandinavische Stimmen unüberhörbar geworden.

Die beiden neuen Fähren werden die Position der Route als effektiven, verlässlichen und wettbewerbsfähigen Korridor zwischen Deutschland und Dänemark stärken, betont die Sprecherin. Scandlines arbeitet auch an Intermodal-Lösungen für den Trailer-Verkehr über Rostock. Ustrup-Svendsen: „Die Vorteile des Rostocker Hafens mit seinem breiten Angebot an Kombiverkehrsverbindungen zu Terminals in ganz Europa, gepaart mit der hohen Abfahrtfrequenz der Fähren bis zu 20-mal täglich, eröffnen neue Möglichkeiten zu interessanten logistischen Lösungen für unsere Kunden.“ Um entsprechende Konzepte umzusetzen, hat Scandlines erhebliche Investitionen in die Infra- und Suprastruktur des eigenen Fährhafens Gedser vorgenommen, können weitere neue Produkte in Kooperation mit Partnern in Skandinavien und Europa angesteuert werden. Und auch die Rostocker Investitionen in den neuen Anleger, der lange verwaist lag, können sich endlich auszahlen.

Nach dem Baudilemma mit den P+S-Werften in Stralsund, wo die Schiffe zu schwer ausgelegt wurden, dauerte auch die Schlankheitskur der Fähren in Odense ihre Zeit, sodass die Inbetriebnahme fast vier Jahre später als ursprünglich geplant erfolgen wird. Die neuen, mit dem Hybrid-Antriebssystem versehenen umweltfreundlichen Schiffe aber werden der Schlüssel zum weiteren Erfolg sein.

Einer der Oldtimer, die „Kronprins Frederik“, bleibt noch in Reserve, kann somit – falls nötig – auf beiden Strecken als Ersatzfähre eingesetzt werden. Die Surfer vor Warnemünde können hin und wieder also noch auf ihrer Bugwelle zum Strand gleiten. Als Gefahrgutschiff wird auf der Strecke Puttgarden-Rödby weiterhin die „Holger Danske“ dienen.

Scandlines sieht sich also auf gutem Weg. Schade nur, dass der Ostsee-Fährreeder den Sitz seiner Zentrale von Rostock nach Hamburg verlegte.

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