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Stadtplanung : Bauen in Rostock: Aus für Mischgebiete

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Stadtplanungsamt will Kombination von Gewerbe und Wohnen künftig meiden

svz.de von
erstellt am 19.Mai.2016 | 11:45 Uhr

Der Druck im Wohnungsbau der Hansestadt steigt. Viele Mischgebiete, die – vom Bebauungsplan der Verwaltung her – zulässig für Wohnen und Gewerbe sind, sind rein vom Wohnen gekennzeichnet. Zieht das Gewerbe nach, tun es auch die Beschwerden der Anwohner.

Deswegen gibt es im Stadtplanungsamt eine neue Linie: „Wir wollen weg von diesen schrecklichen Mischgebieten, bei denen es immer Diskussionen gibt“, so Leiter Ralph Müller. Künftig sollten keine Mischgebiete mehr festgelegt werden und bestehende Mischgebiete, wo es möglich ist,   in allgemeine Wohn- oder Gewerbegebiete umgewandelt werden.  Allgemeine Wohngebiete schließen im Gegensatz zu reinen Wohngebieten Gewerbe und andere Nutzungen nicht aus.  Hintergrund sei der Druck im Wohnungsbau und auch, dass die Belastung im Mischgebiet für Wohnende höher sei.

Eine solche Änderung von einem Misch- in ein allgemeines Wohngebiet wäre theoretisch am Weißen Kreuz denkbar, wo gleichnamiger Bebauungsplan greift. Dort gibt es bisher nur Wohnhäuser. In der Tessiner Straße 1 soll ein neues entstehen. Die ATO Invest GmbH & Co. KG will dort ein Mehrfamilienwohnhaus mit 16 Wohnungen errichten. Acht Stellplätze sollen auf einem Parkgeschoss entstehen und 13 im Freien.

Dafür hat das Unternehmen einen Bauantrag bei der Stadt gestellt. Das Projekt ist zulässig, es muss nur eine  Hochwasserschutzfläche verlegt werden, die das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt ohnehin verlegen wollte, so Müller.

Das Wohnhaus könnte eines der letzten werden, das am Weißen Kreuz zulässig ist. Denn noch ist es ein Mischgebiet  – und in dem muss der Anteil von Gewerbe und Wohnen einem gewissen Verhältnis entsprechen. Ob 50:50, 60:40 oder 70:30 – sagt Müller exemplarisch, das werde  debattiert. „Irgendwann werden wir Wohnungsbau versagen müssen, damit es ein Mischgebiet bleibt“, so der Amtsleiter.  Andere Flächeneigentümer des Gebietes müssen dann Gewerbe errichten, wenn sie bauen wollen.

Neue Baugebiete sollen ab sofort möglichst keine Mischgebiete mehr werden. Für bestehende neue Regelungen zu treffen, sei nur Stück für Stück möglich – mit einer B-Plan-Änderung, so Müller. Denkbar: Mehr horizontale Gliederungen der Baugebiete – Regelungen, die etwa erst ab dem zweiten Geschoss Wohnen vorsehen.

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