Bauboom gefährdet Rostocks Böden

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19. November 2010, 07:04 Uhr

Rostock | Die Hansestadt Rostock betoniert sich zu. Wie der aktuelle Bericht zur Umsetzung des Bodenschutzkonzeptes zeigt, lag die durchschnittliche Neuversiegelung für Siedlungs-, Industrie- und Gewerbeflächen zwischen 1989 und 2007 bei 31 Hektar pro Jahr. Das sind acht Hektar mehr als zwischen 1989 und 2002. "Dabei wollen wir eigentlich so wenig wie möglich neu versiegeln", sagt Hartmut Wiersch, Mitarbeiter des Amtes für Umweltschutz. Denn: Die Bebauung kann zu ökologischen Problemen führen. Neben dem Wasserhaushalt werden Flora, Fauna und das städtische Klima beeinflusst. Die natürlichen Bodenfunktionen werden verändert oder zerstört. Um dem Trend der zunehmenden Neuversiegelung entgegenzuwirken, setzt sich das Umweltamt nun für ein verstärktes Recycling von Brachflächen ein. "Ziel ist es, alte Standorte umzunutzen", sagt Wiersch.

Ein Beispiel dafür sei das Gelände des ehemaligen Friedrich-Franz-Bahnhofs. Nachdem Gleise und sonstige Anlage demontiert wurden, entstanden dort eine Pflegeresidenz sowie Wohnungen. Weite Teile des Areals sind Bauland. Durch die gezielte Nutzung von Brachflächen für die Ansiedlung von Gewerbe oder Wohnungsbau könne die Neuansiedlung auf Freiflächen geringer gehalten werden, informiert das Umweltamt. Parks, Grünflächen, Waldböden, landwirtschaftliche Nutzflächen, Kleingärten und Niedermoore würden dadurch geschont und ihre Funktionen erhalten. "Schutz vor Neuversiegelung - das ist unser Anliegen", sagt Wiersch.

Vor drei Jahren beschloss die Rostocker Bürgerschaft eine überarbeitete Fassung des Bodenschutzkonzeptes für die Hansestadt. In dem Dokument sind der Erkenntnisstand zum Boden sowie Probleme im Umgang mit diesem Schutzgut dargestellt. Bei der Formulierung der Entwicklungsziele wurden die Leitlinien zur Stadtentwicklung berücksichtigt und Lösungsvorschläge für den Bodenschutz aufgeführt. Das Konzept ist Bestandteil der Umweltqualitätsziele für Rostock. Laut Umweltamt kann nicht nur die Stadt, sondern auch jeder einzelne Bürger durch sein Verhalten dazu beitragen, dass Bodenschäden infolge unangemessener Nutzung vermieden werden. Vor allem in sensiblen Freiräumen wie Parks, Grünflächen, Wäldern, Kinderspielflächen, Kleingärten und Dünen müsse darauf geachtet werden.

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