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Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. August 2017 | 07:07 Uhr

Bahn rüstet gegen Randale und Frost

vom

Rostock | Zerkratzte Scheiben, Kaugummipfropfen in den Ticketautomaten und abgerissene Deckenverkleidungen - Alltag in den Bahnen der DB Regio AG Nordost. Nun startet das Unternehmen eine neue Kunden- und Qualitätsinitiative, von der auch die Rostocker Fahrgäste profitieren sollen. Dazu gehören mehr Sicherheits- und Servicepersonal, saubere Toiletten in den Zügen sowie sanierte Scheiben und Innenausstattungen. "Dafür werden bis 2014 jährlich 160 000 Euro zusätzlich ausgegeben", sagt Petra Gröschel, Sprecherin des Verkehrsbetriebes Hanse Verkehr der DB Regio Nordost.

Graffiti-Sprayer nutzen jetzt Säurestifte

Ende nächsten Jahres sollen zudem 23 neue Elektrotriebwagen ihren Betrieb vom Rostocker Werk aus aufnehmen. Bis dahin investiert DB Regio weiter in den alten Fuhrpark, von dem allein in der Hansestadt 62 Loks und 75 Doppelstockwagen beheimatet sind. Sie sind mit einer Schutzfolie über dem Lack ausgestattet, die Graffiti-Schmierereien leichter abwaschbar macht.

Helfen tut das allerdings nicht viel. "Die Klientel lässt sich immer was Neues einfallen", sagt Gröschel. So würden die Sprayer nun keine normalen Farbdosen mehr verwenden, sondern Marker stifte mit Säuren. Die ätzen sich durch Folie und Lack und lassen sich auch nicht mehr komplett entfernen. "Vandalismus ist unser größtes Problem", sagt DB Regio-Sprecher Renado Kropp. Der Schaden übersteige jedes Jahr eine sechsstellige Summe. Und die Täter nehmen immer weniger Rücksicht. "Sonst haben sie sich an den Wänden ausgelassen, jetzt sprühen sie auch die Sitze voll", sagt Gröschel. Teilweise müssten die Züge schon nach fünf Tagen in Fahrt wieder zur Reparatur.

Bessere Nachrichten hat das Unternehmen in Bezug auf die Vorbereitungen auf Schnee und Eis. Einen dritten Katastrophenwinter mit festgefahrenen Zügen und massenweise Ausfällen soll es nicht mehr geben. So wurden Weichenheizungen nachgerüstet und mobile Heizgeräte angeschafft. Im Zusammenspiel mit neuen Planen für die Einhausung der Fahrzeuge kann die Warmluft so gezielt an die besonders anfälligen Böden der Züge gebracht werden.

Neue Abtauhalle geplant

Außerdem wurde mit den Planungen für eine neue Abtauhalle in Rostock begonnen. In sie will das Unternehmen bis Ende 2013 rund 2,3 Millionen Euro investieren. Bis dahin übernimmt die Werkstatt im Winter vorübergehend diese Funktion. Dank der mobilen Heizgeräte können auch die Instandhaltungshallen zum Abtauen genutzt werden. Zudem wird bei extremen Wetterlagen das Personal aufgestockt. Alles in allem können die Züge so schon jetzt in vier statt wie zuletzt acht Stunden von Schnee und Eis befreit werden.

Darüber hinaus hat das Unternehmen sich im Bereich der Schneefahrzeuge neu aufgestellt. "In den vergangenen Jahren war deren Zustand katastrophal", sagt Gröschel. In ganz MV sei demnach kein einziger Schneepflug stationiert gewesen. Allerdings werde die nun vorhandene Räumtechnik im Ernstfall erst auf den Hauptstrecken eingesetzt. Und zusätzliches Personal für die Beräumung sei nach wie vor auf freie Straßen angewiesen.

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erstellt am 09.Dez.2011 | 09:39 Uhr

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