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19. November 2017 | 21:09 Uhr

Bagger rollen am Kröpeliner Tor

vom

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erstellt am 16.Mär.2012 | 09:23 Uhr

Stadtmitte | Der Bauzaun auf der Vorfläche des Kröpeliner Tors steht bereits, die Bagger sind aufgefahren und die ersten Gehwegplatten abgetragen. "Nächsten Montag geht es richtig los", sagt Odett Freiberg von der Rostocker Gesellschaft für Stadtentwicklung (RGS). Dann graben sich die Arbeiter der beauftragten Crivitzer Garten- und Landschaftsbau GmbH in einem ersten Schritt in den Untergrund, um die dort verlegten Kabel zu bündeln.

Diese sind die größte Herausforderung bei der Umgestaltung. "Etwa alle ein bis zwei Meter liegen jede Menge Leitungen, nicht nur Telefonkabel, sondern auch riesige Schächte für Gas, Fernwärme, Abwasser und Steuerungskabel", sagt Planer Stefan Pulkenat. Hinzu kommen sollen nun noch neue Stromtrassen. Außerdem saniert der Wasser- und Bodenverband zeitgleich ein einsturzgefährdetes Rohr im Wallgraben, das in elf Metern Tiefe liegt. "Eigentlich sind es zwei Baustellen, die gleichzeitig angegangen werden", sagt Pulkenat.

Natursteine zeichnen alte Straßenachse nach

Ein erster Abschnitt soll spätestens zur Hanse Sail fertiggestellt sein, ein zweiter dann bis zum Weihnachtsmarkt folgen. Am Ende soll die fast 7300 Quadratmeter große, runderneuerte Fläche sowohl zum Verweilen einladen als auch als generalüberholtes Eingangstor in die City dienen. "Die alte Straßenachse wird wieder herausgearbeitet", sagt Christiane Haas vom Stadtplanungsamt. Diese wird als buntes Natursteinpflaster gerade auf das Kröpeliner Tor zuführen, während die übrige Vorfläche mit grauen Natursteinplatten verlegt wird. Positiver Nebeneffekt dabei: Die Fläche wird begradigt, sodass momentan noch vorhandene Stolperfallen wegfallen. "Wir müssen etwa einen Meter Erde abtragen, damit das funktioniert", sagt Pulkenat.

Auf die umstrittenen Betonelemente, die als Verlängerung der Stadtmauer dienen sollten, wird nun komplett verzichtet. In einer Umfrage im Mai vergangenen Jahres hatten sich 76 Prozent der teilnehmenden Rostocker gegen die Stelen ausgesprochen. Alternativ soll der historische Verlauf der Mauer nun im Fußboden nachgezeichnet werden. Welche Möglichkeiten es dazu gibt, wollen die Planer am kommenden Mittwoch im Ortsbeirat Stadtmitte vorstellen. "Da gibt es verschiedenste Varianten", sagt Freiberg. Hauptsache sei, dass die Wege und Sichtbeziehungen in die Innenstadt nicht blockiert würden.

Für die 14 bereits gefällten Bäume werden elf neu gepflanzt. Auf der Nordseite Richtung Tiefgarage und neben dem Übergang Schrödersruh sind sechs Säulen-Eichen geplant, fünf Winterlinden sollen ab der Schröderstraße entlang der Wallböschung gesetzt werden. Letztere enden dann an einer kleinen Aussichtsterrasse, die als Erholungsstätte mit Ausblick in die Wallanlagen vorgesehen ist.

Außerdem geplant sind rund 170 Stellplätze für Fahrräder entlang der Tiefgarage sowie zahlreiche Bänke in allen Variationen. Allein 19 von ihnen sollen entlang der Rasenkante auf der Nordseite aufgestellt werden, gemeinsam mit der Skulptur "Die Sinnende".

Stützwand wird mit Efeu und Wein bepflanzt

"Ein Drittel des Platzes wird Grünfläche", sagt Freiberg. Ein Großteil davon begleitet den Hauptweg in Richtung Schröderplatz. Weil dieser aber auf höherem Gelände liegt als die Straße, wird die bereits vorhandene Stützwand verlängert und mit wildem Wein und Efeu begrünt. So soll zum einen der Höhenunterschied ausgeglichen werden, zum anderen der Straßenverkehr aus dem Sichtfeld verschwinden und der Weg optisch etwas in die benachbarten Wallanlagen integriert werden.

In den Oberwall soll in Zukunft zudem ein barrierefreier Zugang führen, der fast auf Höhe des Kröpeliner Tors beginnt. Dort soll auch die "Blumenmädchen"-Skulptur wieder angesiedelt werden. Insgesamt kosten die Arbeiten rund 1,7 Millionen Euro.

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