zur Navigation springen
Norddeutsche Neueste Nachrichten

20. August 2017 | 15:45 Uhr

Rostock : Bäume werden inspiziert

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Sicherheit für Verkehrswege wird durch gründliche Untersuchung der Gewächse im Stadtgebiet gewährleistet

Die Friedenseiche am Rosengarten muss untersucht werden. Dafür bedient sich Biologe Thomas Kowol eines besonderen Messgerätes – Resistograf oder Bohrwiderstandsmesser genannt.

„Eine schmale Nadel bohrt sich in den Stamm. Je nachdem, ob sie auf Widerstand stößt, zeichnet das Gerät auf, bis wohin das Holz stabil bleibt“, erklärt Kowol, der vom Amt für Stadtgrün mit der Begutachtung kritischer Bäume im Stadtgebiet betraut wurde. „Wenn die stabile Holzschicht weniger als zehn Zentimeter dick ist, wird es kritisch“, fügt er hinzu. Die Eiche leidet unter dem Befall des holzfressenden Leberpilzes, der sie langsam, aber sicher aushöhlt.

Die über 140 Jahre alte Friedenseiche ist nicht der einzige Baum, der inspiziert werden muss. Mindestens einmal pro Jahr werden die Bäume der Hansestadt einem kritischen Blick unterzogen. Ob Eiche, Kastanie, Linde oder Platane, alle werden auf ihre Verkehrssicherheit geprüft. Anschließend werden weitere Maßnahmen beschlossen.

„Oft muss gar nichts unternommen werden“, sagt Steffie Soldan vom Amt für Stadtgrün. Manche Bäume müssen durch eine Begradigung der Krone entlastet werden, andere sind bereits so instabil, dass eine sofortige Fällung nötig wird. „Wenn der Pilzbefall überhand nimmt, müssen wir handeln“, sagt Soldan. Allerdings kann mit den Maßnahmen stets nur ein Aufschub des Baumtodes erreicht werden. „Wenn der Pilz einmal im Holz ist, bekommt man ihn nicht mehr heraus“, sagt Soldan. „Wir schneiden uns die Bäume sicher.“

Bei der diesjährigen Inspektion wurden 13 Bäume untersucht, für vier von ihnen wurden Maßnahmen zur Sicherung festgelegt. Drei Kronenbegradigungen stehen auf dem Plan, ein Baum muss sogar unverzüglich gefällt werden.

Was die Friedenseiche angeht, ist Gutachter Kowol jedoch zuversichtlich: „An der kritischsten Stelle kommt die Eiche auf zwölf Zentimeter stabiles Holz. Im Moment muss hier nichts unternommen werden“, stellt er nach der Untersuchung fest. Und selbst wenn der alte Baum eines Tages gefällt werden muss: Seine Nachkommen, gezüchtet aus Eicheln, wachsen bereits heran.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen