Bäderstraße wird einen Monat lang voll gesperrt

„Das gesamte Zeitfenster für die Maßnahme ist sehr ambitioniert.“ - Heiko Tiburtius, Tiefbauamtschef
1 von 2
„Das gesamte Zeitfenster für die Maßnahme ist sehr ambitioniert.“ - Heiko Tiburtius, Tiefbauamtschef

svz.de von
02. Juli 2012, 07:54 Uhr

Nienhagen | Vollsperrung: Zwischen Mitte September und Mitte Oktober ist die L 22 durch Nienhagen beidseitig nicht befahrbar. Im Bereich der S-Kurve wird die komplette Straße abgefräst und erneuert. Eine logistische Herausforderung. "Die Anlieger können ihre Grundstücke zeitweise nicht anfahren", sagt Heiko Tiburtius, Chef des Tiefbauamts. Sie müssen daher zum Teil außerhalb parken, um den Ort mit dem eigenen Auto verlassen zu können.

Der Durchgangs- und Schwerlastverkehr soll schon weit vor Nienhagen abgefangen werden. "Er wird weiträumig über die B 105 abgeleitet", so Tiburtius. Dazu werden Hinweisschilder installiert. Außerdem sollen Spediteure und Frachtabnehmer im Seehafen frühzeitig angeschrieben werden, um einen möglichst reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. "Es wird uns nicht gelingen, alle Falschfahrer abzufangen", sagt Tiburtius. Spätestens in Nienhagen befänden sie sich dann aber in einer Sackgasse und müssten umdrehen.

Den Auftakt für die Baustelle macht bereits am 2. September Eurawasser. Das Unternehmen erneuert eine Trinkwasserleitung und legt sieben Hausanschlüsse neu. Während der dafür veranschlagten 14 Tage wird die Straße bereits halbseitig gesperrt. "Das gesamte Zeitfenster ist sehr ambitioniert", sagt Tiburtius. Die Arbeiten seien bewusst in die Nachsaison verlegt worden, um möglichst wenige Verkehrsteilnehmer zu behindern. Ein Abschnitt, auf dem eine lärmgeminderte Asphaltschicht aufgetragen werden soll, kann allerdings erst im kommenden Mai angepackt werden. Denn Voraussetzung dafür ist gutes Wetter. Diese Arbeiten sollen dann an zwei Wochenenden erledigt werden. Aktuell läuft die Ausschreibungsphase, im August soll der Zuschlag erteilt werden. "Die Baumaßnahme ist Teil des Schlaglochprogramms", sagt Tiburtius. Dieses war vom Land aufgelegt worden, um die Winterschäden der vergangenen Jahre zu beseitigen.

"Unsere Busse sind ebenfalls voll betroffen", sagt Pedro Poeggel von der Rostocker Straßenbahn AG. Die Linien 16 und 18 zwischen dem Dierkower Kreuz und Hohe Düne beziehungsweise Stuthof halten aus Richtung Rostock an einer provisorischen Haltestelle in der Max-Garthe-Straße. Für die Linie 16 ist das in der Bauphase der Endpunkt. Passagiere, die weiter in Richtung Hohe Düne fahren wollen, müssen aussteigen und zu Fuß 320 Meter bis zum Erdbeerfeld zurücklegen. Dort warten dann die Anschlussbusse der Linie 18. Auch die weiterführenden Verbindungen am Dierkower Kreuz sollen angepasst werden.

"Für ein altes Mütterchen mit Rollator sind 320 Meter ziemlich viel", kritisiert Kurt Massenthe (Für Rostock), Ortsbeiratsvorsitzender von Gehlsdorf, Hinrichsdorf, Krummendorf, Nienhagen, Peez, Stuthof und Jürgeshof. Und auch die Barrierefreiheit sei nicht gegeben. Laut Poeggel und Tiburtius kann die Entfernung aber nicht verringert werden. "Es gibt keine Alternative dazu", sagt Tiburtius. Die Verbindung in Nienhagen komplett zu kappen, sei nicht vertretbar. "Wir haben die Verpflichtung zur Versorgung mit einem angemessenen öffentlichen Personennahverkehr", so Tiburtius. Und besser gehe es während der Bauphase einfach nicht.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen