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20. November 2017 | 07:07 Uhr

Bäderbeamte unterstützen das Revier

vom

svz.de von
erstellt am 01.Aug.2012 | 09:42 Uhr

Warnemünde | Die Polizeiwache Warnemünde ist personell verstärkt worden. Sechs Beamte arbeiten jetzt zusätzlich bis September beim Bäderdienst im Team der Polizeiwache. Zwei von ihnen sind die Polizeimeister Frank Niesche (36) und Marcus Sehlandt (24). Die beiden sind sonst bei der Bereitschaftspolizei, immer mit vor Ort, wenn spezielle Einsätze viele Beamte erfordern.

Bei der Bäderpolizei ist es ein anderes Arbeiten. Da sind die Beamte Ansprechpartner für alles. Sie müssen eigenverantwortlicher handeln als unter dem Kommando eines Gruppenführers. Gerade ihre Präsenz im Ostseebad ist angesichts des hohen Besucheraufkommens wichtig für das Sicherheitsgefühl der Menschen. Mit dem Dienst bei der Bereitschaftspolizei sei das nicht vergleichbar. "Wir bestreifen hier viel zu Fuß, fahren aber auch mit dem Auto Parkplätze und den Ort ab", sagt Niesche. Dabei hören sie viele Bemerkungen: "Mich stört es, wenn Eltern vor ihren Kindern so eine Drohkulisse aufbauen und sagen, ,Wenn Du nicht lieb bist, musst Du mit den Polizisten mitgehen’", sagt Niesche. "Dadurch besteht die Gefahr, dass diese Kinder in Notsituationen nicht zu uns kommen, weil sie dann einfach Angst vor uns haben", sagt er. Dem versucht er auch direkt durch Gespräche entgegenzuwirken.

Bei ihrer Arbeit stoßen die Beamten auch auf Ärgernisse: Bei einer Streife bemerken sie einen umgebogenen Wegweiser. Er steht am Imbiss Weststrand im Areal Parkstraße und Kleiner Sommerweg. "Auf den ersten Blick sieht es nicht so aus, als ob er angefahren worden ist", sagt Sehlandt. "Es gibt keine Reifenspuren im Rasen und der Pfahl hat keinen Knick", begründet er. Die Imbiss-Mitarbeiter haben nichts gesehen. Polizeimeister Niesche erkundigt sich per Funk, ob der Leitstelle dazu etwas bekannt ist. Die Beamten melden die Beobachtung der Verkehrsbehörde, damit das Schild wieder in die richtige Position kommt.

Auch bei der Jugendherberge schauen sie öfter vorbei. "Wenn die Sonne wegbleibt, kommen sofort weniger Urlauber", sagt Niesche. Das macht sich an freien Parkplätzen vor der Herberge bemerkbar. Wenn viel los ist, es sogar Stress gibt, lohnt sich für alle der gute Draht zwischen dem dortigen Sicherheitsdienst und der Polizei. Auch Strandvogt Ralf Dohrenbusch hat die Beamten bereits um Hilfe bitten müssen. "Der passt auch super nach Warnemünde, macht einen guten Job", sagt Polizeihauptmeister Bernd Wittwer aus der Wache in der Vogtei. Polizeihauptmeister Wittwer und Polizeihauptkommissar Reinhard Benedict sind aber vor allem dankbar für die Unterstützung der sechs neuen Kollegen. "Das mit dem Bäderdienst ist eine gute Sache für uns, es dürfen einfach nicht weniger Beamte sein bei dem großen Touristenaufkommen", sagt Wittwer. Zudem ist die Polizeiwache auch eine Art Fundbüro. "Wir hatten schon vieles hier vom Hund bis zur Geldbörse mit allen Papieren und 1000 Dollar Lohn", sagt Benedict. Auf der "Baltica" hat kürzlich jemand einen Beutel mit allen seinen Sachen stehen lassen. "Als er angerufen hat, stand der ehrliche Finder schon mit der Tüte in der Tür", sagt Benedict. Viele Leute seien ehrlich. "Die Abwechslung macht den Polizeiberuf so interessant", fasst Niesche zusammen. "Nur im Büro rumsitzen, wäre mir nichts."

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