Aus dem Gerichtssaal : Axträuber muss in den Knast

Im Landgericht Rostock wurde der 30-Jährige verurteilt.
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Im Landgericht Rostock wurde der 30-Jährige verurteilt.

Der Angeklagte Siegfried G. ging auf einen Drogenlieferanten los. Dafür muss er nun für mehr als drei Jahre in Haft.

svz.de von
24. September 2015, 21:00 Uhr

Er ging mit einer Axt auf sein Opfer los, schlug es und raubte es aus. Deswegen verurteilte das Landgericht Rostock gestern den 30-jährigen Siegfried G. aus Rostock wegen besonders schweren Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu einer Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten.

Opfer und Täter kannten sich durch ihren Drogenkonsum. Im Oktober vor einem Jahr übergab der Angeklagte seinem Bekannten Lars O. Geld für den Ankauf von Kokain. Trotz mehrmaliger Nachfragen kam der Handel nicht zustande. Nun forderte Siegfried G. sein Geld zurück. Am 26. Oktober 2014 sollte die Übergabe erfolgen, Lars O. erschien aber nicht. Der Angeklagte bewaffnete sich mit einer Axt und fuhr in die Stockholmer Straße. Als Lars O. seine Wohnungstür öffnete, stürmte Siegfried G. hinein. Mit der Axt hielt er seinen Kontrahenten in Schach und durchsuchte die Schränke. Zwei Mal schlug er dem Wohnungsinhaber mit der stumpfen Seite der Axt auf den Fuß. In einer Vitrine fand er 200 Euro und in der Brieftasche des Opfers 140 Euro. Beides und dazu eine Sonnenbrille nahm er an sich und verschwand.

Siegfried G., der seit dem 11. November 2014 in Untersuchungshaft sitzt, legte – wenn auch spät – ein Geständnis ab. Nicht aus eigener Einsicht, sondern auf sanften Druck hin. Alle Verfahrensbeteiligten hatten sich im Vorfeld auf eine Höchstgrenze der Strafe von dreieinhalb Jahren geeinigt, im Gegenzug für ein glaubwürdiges Geständnis.

„Ich habe nie damit gerechnet, dass Lars O. zur Polizei geht“, sagte der Angeklagte gestern. Er habe nicht gewusst, dass sein Vater Polizist ist. Mit dem Urteil von drei Jahren und drei Monaten blieb das Gericht unter der festgelegten Höchstgrenze. Es wertete zu Gunsten des Angeklagten, dass dieser mit seinem Geständnis zur Aufklärung des Verfahrens beigetragen sowie dass er Schadensersatz geleistet hat.

Allerdings sprachen auch etliche Fakten gegen den Angeklagten. So fand die Tat während zwei laufender Bewährungszeiten statt und das Vorstrafenregister des 30-Jährigen ist beeindruckend. Der Richter sprach von einer erheblichen kriminellen Karriere, der Staatsanwalt nannte den Angeklagten einen Intensivtäter. Da wollte der Richter aber nicht mitgehen, denn 2008 hätte Siegfried G. das letzte Mal vor Gericht gestanden. Aber den Haftbefehl hob er trotzdem nicht auf. Zusätzlich zu der gestrigen Strafe muss der Angeklagte auch noch mit dem Widerruf der Bewährungsstrafen rechnen.

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