Award: Mau-Club steht im Rampenlicht

<strong>Für die Technik</strong> im nominierten Mau ist Philipp Hamann zuständig.<foto>geos</foto>
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Für die Technik im nominierten Mau ist Philipp Hamann zuständig.geos

svz.de von
05. März 2013, 08:46 Uhr

Rostock | In der Hansestadt ist das Mau eine Institution. Der Club holt internationale Künstler wie die Bloodhound Gang und Die Ärzte in den Stadthafen und beweist Gespür für zukünftige musikalische Größen. Aber auch deutschlandweit hat das Mau Kultstatus. Die Jury des Live Entertainment Award (LEA) hat das Veranstaltungszentrum als deutschen Club des Jahres nominiert. Mau-Geschäftsführerin Verena Bartsch, Haustechniker Philipp Hamann und Mau-Gastronom Gunar Fust sind heute in Frankfurt. Der Club stellt sich dem Komitee vor und wird als einer von drei für die Kategorie Nominierten bekannt gegeben.

"Wir konnten das erst gar nicht glauben", sagt Verena Bartsch. Ein LEA-Organisator rief an und im Briefkasten lag schon das Schreiben - eine Einladung für die Konferenz heute, mit erster Scheckübergabe über 5000 Euro und die Einladung zur großen Gala in Frankfurt. LEA ist in der Branche ein Begriff. Mit dem Preis werden in mehreren Kategorien herausragende Leistungen in der Veranstaltungsbranche ausgezeichnet. "Wir haben eine Woche lang versucht, den Haken zu finden, aber es gab keinen", sagt die Geschäftsführerin. Das Mau wurde empfohlen, von wem wollten die Veranstalter nicht verraten. "Die haben ihre Kriterien und Co-Juroren in allen Bundesländern", sagt Bartsch.

Kulturförderung sei ein Kann und kein Muss, betont Fust: "Für mich ist damit nicht nur das Mau, sondern die ganze Stadt nominiert." Das Mau-Team sei dankbar für die Treue der Stadt. Und die kommt nicht von ungefähr.

Seit 1895 gibt es den Mau-Club schon, damals als Ballhaus des Ostens in den Händen der Familie Mau. In den 70ern übernahm die Stadt das Ballhaus und baute es zu einem Jugendclubhaus um. Nach einer kurzen Zeit der Schließung siedelte das Mau 1996 in den Stadthafen um. Heute ist es ein Veranstaltungszentrum, das sowohl grandiose Live-Acts als auch Nachwuchsmusiker präsentiert, eine Projektwerkstatt, zum Beispiel für Skater- und BMX- oder auch DJ-Workshops, unterhält, sich aber auch weiter sozial engagiert. Als eingetragener Verein hilft das Mau anderen Vereinen, leiht Technik und Personal, bindet sozial benachteiligte Jugendliche in den Tagesablauf ein und fördert sie. Ein Jugendlicher, der so anfing, lernte erst Veranstaltungstechniker im Mau und arbeitet heute beim Bundestag. Dennoch verliert der Club nie die Musik aus dem Blick.

Dafür ist seit April letzten Jahres in erster Linie Booker Thomas Fanter zuständig. Er holt die Musik-Acts nach Rostock. Am Sonnabend kommt beispielsweise Johannes Oerding und am 16. März Nils Frahm, Schüler des letzten Tschaikowsky-Schülers. Der Mau-Club mietet dafür extra selbst den Barocksaal an, weil im Mau schon Feine Sahne Fischfilet spielen. Die Aussicht auf den Award begeistert auch den Booker, die Bedeutung für das Mau sei groß: "Rostock wird als Standort für so einen Club im Bundeskontext eher vergessen. Durch die Nominierung werden wir ins Licht gerückt für Gäste und Agenturen." Bei der Gala am 9. April entscheidet sich, ob das Mau Club des Jahres wird. Mit acht Mitarbeitern, darunter auch der Vorstand, ist das Mau dann bei der Preisverleihung.

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