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Massenkarambolage im Sandsturm : Autofahrerin der fahrlässigen Tötung schuldig

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Weil sie viel zu schnell in den Sandsturm gefahren und damit den Tod eines Ehepaars mitverursacht hat, ist eine Brandenburgerin heute vom Rostocker Landgericht verwarnt worden.

svz.de von
erstellt am 08.Jul.2015 | 11:11 Uhr

Mildes Urteil: Im Prozess um die Massenkarambolage im Sandsturm auf der Autobahn 19 vor vier Jahren hat das Amtsgericht Rostock eine 54-jährige Autofahrerin verwarnt. Eine Geldstrafe in Höhe von 9000 Euro wurde am Mittwoch zur Bewährung ausgesetzt. Die Staatsanwaltschaft hatte eine neunmonatige Bewährungsstrafe gefordert.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Brandenburgerin am 8. April 2011 mit zu hoher Geschwindigkeit in den Sandsturm gefahren war und ein Auto gerammt hatte. Sie habe dadurch den Tod eines Ehepaars mitverursacht und sich der fahrlässigen Tötung schuldig gemacht. Das Gericht schloss sich den Gutachtern an, dass die riesige Wolke aus mindestens 650 Metern Entfernung vor der Unfallstelle zu sehen war. Die Autofahrerin hätte entsprechend reagieren müssen.

Nach Meinung des Richters war die Frau nicht alleine Verursacherin für den Tod des Paares. „Sie war am Anfang einer Kausalkette.“ Zudem habe es sich bei dem Sandsturm um ein bislang nicht bekanntes Wetterphänomen gehandelt.

An dem Unfall waren in beiden Fahrtrichtungen mehr als 80 Fahrzeuge beteiligt. Acht Menschen kamen ums Leben, etwa 130 wurden verletzt.

Die Angeklagte war mit fünf Freundinnen in einem Transporter zu einem Wochenendausflug nach Warnemünde unterwegs, als der Unfall geschah.

Laut Dekra-Gutachten war sie mit 78 bis 94 Kilometer pro Stunde auf den vor ihr fahrenden Wagen des Ehepaars geprallt, der mit Tempo 25 bis 30 unterwegs war. Dieser sei dann gegen die Leitplanke geschleudert und noch von zwei weiteren Autos gerammt worden.

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