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Posse in Rostock : Auto zu groß: Neues Tor für Feuerwehr

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Stadt plant Investitionen in Hinrichshagen, Gehlsdorf und der Südstadt. Gesamtpaket kostet 840 000 Euro

von
erstellt am 13.Okt.2017 | 08:00 Uhr

Weil das neue Löschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Hinrichshagen nicht durch das Tor passt, muss dieses nun ebenfalls erweitert werden. „Die Einfahrt erweist sich als zu klein, das Fahrzeug kann nicht in die Halle hineinfahren“, heißt es in einer Vorlage des Rathauses für Finanz- und Hauptausschuss. Einfach außerhalb des Gebäudes zu parken, sei gesetzlich verboten. Ursache des Dilemmas sei die einheitliche Ausstattung aller Rostocker Wehren mit Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeugen, die in ihren Ausmaßen nicht den alten Gerätehäusern entsprechen. Diese wurden häufig schon vor 1990 erbaut.

Die Ausschussmitglieder sollen noch im Oktober 150 000 Euro freigeben, damit das Problem behoben und zudem die Umkleideräume der Kameraden verlegt werden können. Diese befinden sich zum Teil in der Fahrzeughalle, weswegen der Mindestabstand des Einsatzwagens von 50 Zentimetern bei geöffneten Türen und Klappen zur Wand nicht eingehalten wird. Das hatten Vertreter der Hanseatischen Feuerwehr-Unfallkasse Nord bei einem Rundgang durch das Gerätehaus beanstandet. „Selbst bei geschlossenen Türen wird dieser Abstand nicht eingehalten“, erklärt die Verwaltung. Dieser Missstand müsse unverzüglich behoben werden. Gleiches gelte für die dringend benötigte Sanierung der Freiwilligen Feuerwehr Gehlsdorf. Dafür sollen die Ausschussmitglieder 210 000 Euro freigeben. Geplant seien die Umwandlung des aktuellen Nass- in einen Umkleidebereich für 15 Frauen und 35 Männer sowie des Betriebsraums im ersten Obergeschoss in ein Fitnessstudio. Außerdem würden geeignete Räume für die 20 Mitglieder der Jugendfeuerwehr benötigt.

Weitere 300 000 Euro sollen in die Atemschutzwerkstatt der Hauptwache in der Erich-Schlesinger-Straße fließen. Bislang gebe es keine Möglichkeit zur Vorreinigung kontaminierter Ausrüstung. „Schwere gesundheitliche Schäden können die Folge sein“, heißt es von der Verwaltung. Würden die Geräte überhaupt nicht gereinigt, sei sogar die Einsatzbereitschaft generell gefährdet. Die Erweiterung mithilfe von Containermodulen habe bereits begonnen.

Noch nicht gestartet ist die Ausbildung der Brandmeisteranwärter aus MV in Rostock, die ab April 2018 in der Hansestadt zentralisiert werden soll. Damit sie dann verfügbar sind, sollen schon jetzt Mannschaftstransporter, Übungs- und Atemschutzgeräte im Wert von 180 000 Euro ausgeschrieben werden.

Kommentar “Ein schlechter Witz ?“ von Torben Hinz

Ist das schon ein Fall für das nächste Schwarzbuch des Bunds der Steuerzahler, in dem dieser Fälle der Steuerverschwendung zusammenträgt? Es klingt wie ein schlechter Witz, dass das neue Hinrichshäger Löschfahrzeug zu groß für die Toreinfahrt sein soll. Böse Zungen werden jetzt fragen, ob denn niemand vorher mal den Zollstock gezückt hat. Fakt ist, dass das Gerätehaus mit seinem Spitzdach zwar relativ hoch, aber tatsächlich auch extrem schmal konstruiert ist. Da wurde den Fahrern des Löschwagens schon immer viel Geschick abverlangt. Mit den Anforderungen an eine moderne Wache haben solch beengte Verhältnisse wenig zu tun. Doch als das Gerätehaus errichtet wurde, war die Entwicklung der Einsatztechnik nicht absehbar. Ist ein Neubau zu teuer, bleibt nur der Kompromiss erweiterte Einfahrt.
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