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18. November 2017 | 05:57 Uhr

Auslastung liegt bei nur 27 Prozent

vom

svz.de von
erstellt am 15.Feb.2013 | 08:58 Uhr

Warnemünde | Das Ostseebad ist Spitzenreiter bei den Hotelkapazitäten. Von den insgesamt 14 000 Betten, die es in Rostock und in Warnemünde gibt, verfügt das Seebad über 10 000. "Und das bei einer Einwohnerzahl von 7000", sagt Matthias Dettmann, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga). "Wir haben 1,6 Millionen Übernachtungen pro Jahr, aber hier nur eine Auslastung von 27 Prozent", ergänzte Tourismusdirektor Matthias Fromm auf der jüngsten Ortsbeiratssitzung in Warnemünde. Zum Vergleich: Zwischen 1999 und 2008 lagen diese Zahlen noch zwischen 37 und 48 Prozent. Seit 2009 fließen die Campingplätze in die Statistik mit ein. Danach sank die Zahl der Auslastung auf unter 30 Prozent. Wenn die Campingplätze nicht mit gezählt werden würden, läge die Auslastung in Warnemünde bei 46 Prozent. Über diese Zahlen hat auch Beiratsvorsitzender Alexander Prechtel (CDU) jetzt im Wirtschaftsausschuss der Bürgerschaft informiert.

Der Bettenbooms ist für Hoteliers und Warnemünder nicht nur Grund zur Freude, sondern auch zur Sorge. Der Kuchen wird nicht größer, die Stücke müssen sich mehr Unternehmen teilen. Allein mit dem A-Ja-Resort kommen zu Ostern 420 weitere Betten hinzu. Das Hostel im Gebiet Am Molenfeuer soll 350 Betten haben, in der Mühlenstraße will Unternehmer Dietmar Vogel seine Residenz Seestern in ein weiteres Hostel mit 70 Betten umwandeln. Außerdem entstehen im Rostocker Motel One weitere 150 Betten und im Ostseeferienzentrum sind 1000 Betten vorgesehen. "Hinzu kommt ein regelrechter Boom im Bereich privater Ferienwohnungen", sagt Fromm. Angesichts dieser Zahlen bestehe Handlungsbedarf: "Hauptziel ist die Konsolidierung des Beherbergungsmarktes, ein qualitatives Wachstum muss die quantitative Wachstumsphase ablösen", sagt Fromm. "Quantitatives Wachstum halte ich für wichtiger als Bettenstopp", sagt er. Eine gute Möglichkeit, die vorhandenen Kapazitäten transparenter nach außen zu kommunizieren, wird durch die Zertifizierungen der Quartiere ermöglicht.

Zur notwendigen Qualitätssteigerung gehört aus Sicht der Tourismus-Experten auch die Infrastruktur. Denn dem Wachstum der Betten stehe in anderen Punkten eine Stagnation gegenüber. Die Situation der Ausstattung mit Toiletten ist im Ostseebad seit Jahren unbefriedigend und nicht mehr zeitgemäß. Nach Angaben von Bewohnern hat keine Arztpraxis am Wochenende geöffnet, bestimmte Mediziner sind in Warnemünde gar nicht vertreten.

Und es ist dem Tourismusdirektor, dem Ortsbeirat und den Warnemündern wichtig, dass freiwerdender Wohnraum nicht ausschließlich in Ferienwohnungen umgewandelt wird. "Ein gesunder Mix aus Wohnen, Gewerbe und Beherbergung ist eine Voraussetzung für den Erhalt der ganzjährigen Lebendigkeit und touristischen Attraktivität", sagt Fromm.

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