Rostock : Aus für die 24-Stunden-Kita

Hand in Hand: Die Kinder von der Betreuungseinrichtung im Humperdinckweg sowie Vertreter aus Politik und Wirtschaft wie MVs Sozialministerin Birgit Hesse (SPD, 3. v. l.), Innenminister Lorenz Caffier (CDU), Rostocks OB Roland Methling (parteilos), Wirtschaftssekretär Dr. Stefan Rudolph (CDU, 2.v. r.) sowie Torsten Benz (l.) und Dr. Wolfgang Richter (r.) von der GGP haben gestern gemeinsam den Spatenstich für die 24-Stunden-Kita gesetzt.
Hand in Hand: Die Kinder von der Betreuungseinrichtung im Humperdinckweg sowie Vertreter aus Politik und Wirtschaft wie MVs Sozialministerin Birgit Hesse (SPD, 3. v. l.), Innenminister Lorenz Caffier (CDU), Rostocks OB Roland Methling (parteilos), Wirtschaftssekretär Dr. Stefan Rudolph (CDU, 2.v. r.) sowie Torsten Benz (l.) und Dr. Wolfgang Richter (r.) von der GGP haben gestern gemeinsam den Spatenstich für die 24-Stunden-Kita gesetzt.

Projekt in der Humperdinckstraße scheitert vorerst an der Finanzierung der Betreuungsplätze außerhalb der normalen Öffnungszeiten

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05. August 2015, 15:00 Uhr

Das Projekt 24-Stunden-Kita ist in Rostock vorerst gescheitert. Zwar will die Gesellschaft für Gesundheit und Pädagogik (GGP) den dafür vorgesehenen Anbau in der Humperdinckstraße wie geplant Ende September eröffnen. Doch weil die Stadt kein Geld für das zusätzliche Betreuungsangebot hat, darf auch die neue Einrichtung nur zu den regulären Zeiten betrieben werden. Das bestätigt Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke): „Die Kita wird vorerst ausschließlich im Regelbetrieb eröffnet.“

Heftige Kritik an dieser Entscheidung kommt von der Vorsitzenden des Jugendhilfeausschusses der Bürgerschaft, Cathleen Kiefert-Demuth. „Noch im vergangenen Jahr hat sich die Hansestadt sehr deutlich für das Konzept ausgesprochen“, sagt die stellvertretende SPD-Fraktionschefin. „Uns ist völlig unklar, warum jetzt diese Blockadehaltung durch den Senator und das zuständige Amt erfolgt.“ Die Stadt dürfe Polizisten, Krankenschwestern, Feuerwehrleute und andere im Schichtdienst Beschäftigte nicht mit ihren Problemen alleine lassen. „Wir fordern ein Einlenken seitens des Senators und des zuständigen Amtes, nicht zur Unterstützung der Arbeitgeber, sondern für die Eltern, Alleinerziehenden und ihre Kinder“, sagt Kiefert-Demuth.

Bockhahn allerdings bleibt hart. Er stellt zwar klar: „Die Hansestadt richtet sich nicht gegen die Einrichtung so genannter 24-Stunden-Kitas.“ Zugleich sagt er aber auch: „Sollten entsprechende Angebote eingerichtet werden, kann dies nicht zu Lasten der Stadt geschehen.“ Stattdessen müsse vor allem das Land einspringen. Allerdings habe Schwerin für Leistungen zwischen 20 und 6 Uhr bereits eine klare Absage bezüglich finanzieller Hilfen erteilt. „Ohne eine angemessene Beteiligung des Landes, wird die Stadt diesen Weg nicht gehen“, so Bockhahn. Und Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) habe zwar ein helfendes Bundesprogramm angekündigt, dessen Umsetzung stehe aber noch aus.

Bockhahn sieht bei der Betreuungsfrage aber nicht nur Kommune und Land, sondern auch die Arbeitgeber in der Pflicht. „Wer seine Mitarbeiter auch nachts braucht, sollte auch die Voraussetzungen schaffen, dass dies möglich ist“, sagt er. Die Stadt sei bereit, die Betreuung der Kinder in den Randzeiten auszubauen. Eine Studie von Jugendamt und Universität hatte jüngst ergeben, dass Rostocks Eltern dies begrüßen würden: „Deutlich wurde, dass viele Eltern sich Betreuung auch ab 5.30 beziehungsweise 6 Uhr und vor allem am Abend bis 20 Uhr wünschen“, sagt der Senator. Bestehende Angebote würden derzeit allerdings kaum genutzt. Und auch für eine 24-Stunden-Betreuung gebe es laut Studie nur einen sehr geringen Bedarf. Mehr als die Hälfte der Befragten hatte eine solche Einrichtung komplett abgelehnt. „Die Studie der Universität weist im Übrigen deutlich darauf hin, dass es aus pädagogischer Sicht nicht unproblematisch ist, wenn kleine Kinder regelmäßig nachts nicht bei ihren Eltern sein können“, so Bockhahn.

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