Aus der Werft an die Partymeile

<strong>Der Schlepper 'Bugsier 16'</strong> bringt den 'Langen Heinrich' zum Liegeplatz im Stadthafen.<foto>dabe</foto>
Der Schlepper "Bugsier 16" bringt den "Langen Heinrich" zum Liegeplatz im Stadthafen.dabe

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30. Juli 2012, 07:10 Uhr

Rostock | Anderthalb Wochen vor Eröffnung der Hanse Sail hat mit dem "Langen Heinrich" gestern einer der ersten Stargäste im Stadthafen festgemacht. Um 10 Uhr verließ er im Schleppverband mit "Bugsier 16" die Nordic-Yards-Werft in Warnemünde, wo er gründlich saniert worden war. Etwa eine Stunde später erreichte das schwimmende Denkmal den Stadthafen. Noch während die Männer der Bugsier-, Reederei- und Bergungsgesellschaft den 55 Meter hohen Kran vertäuten, bestaunten ihn erste Schaulustige an der Kaikante und Fahrgastschiffe grüßten mit lautem Signalton.

Am Liegeplatz 82/83 wird der Kran jetzt bis über die Hanse Sail liegen bleiben - damit Rostocker und Besucher ihn besichtigen können. "Mir fällt ein Stein vom Herzen, dass der Kran endlich fertig saniert und sicher ist. Nun kann endlich wieder Publikum an Bord kommen", sagt der Schiffbausachverständige Andreas Hallier, den die Stadt zum Projektverantwortlichen für die Runderneuerung gemacht hatte. Hallier hat genau dokumentiert, wie der Rost dem mehr als 100 Jahre alten Stahlkoloss zugesetzt hatte - und die Sanierungsarbeiten in den vergangenen Wochen auf der Werft begleitet.

Bevor der erste Besucher jedoch einen Fuß auf Deck setzen kann, müssen noch ein paar Restarbeiten erledigt werden. "Es fehlen noch Gangway und Relingsnetze. Außerdem werden die Flurplatten der Maschinenräume noch in den nächsten Tagen konserviert", sagt Hallier.

Michaela Selling, Leiterin der städtischen Museen, ist jetzt schon begeistert: "So schön habe ich mir den frei stehenden Kran auch vorgestellt. Es ist toll, dass er als eines der wertvollsten und attraktivsten Objekte der städtischen Sammlung jetzt wieder erstrahlen kann - noch dazu vor der schönen Kulisse des Gehlsdorfer Ufers."

Nach der Hanse Sail soll der "Lange Heinrich" eigentlich wieder zu seinem angestammten Platz am IGA-Park geschleppt werden, denn er ist ein Teil der Ausstellung des Schiffbau- und Schifffahrtsmuseums. Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) sagt allerdings: "Wir müssen sehen, wie viele Besucher hier im Stadthafen an Bord gehen. Ich denke, die Rostocker werden mit den Füßen abstimmen, wo der Schwimmkran hingehört." Methling war zur Begrüßung des "Langen Heinrich" gestern ebenfalls in den Stadthafen gekommen.

Bereits vorm Ablegen in der Werft waren schon Ronald Piechulek und Walburga Wernsdorf vom Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum an Bord des Krans. "Viele Jahre war der ,Lange Heinrich’ unser Sorgenkind. Wir sind unglaublich froh, dass er jetzt saniert werden konnte", sagt der Museologe Piechulek.

Nachdem der Schwimmkran, der bis 1978 seinen Dienst im Rostocker Hafen verrichtete, im Winter 2009 leckgeschlagen war, wurde der Schwimmponton in einer Notreparatur geflickt. Für dieses Jahr bewilligte die Bürgerschaft auch das Geld für die Sanierung des Auslegers. Insgesamt kostete die Runderneuerung 850 000 Euro.

An Bord: Öffnungszeiten für Besucher

Das Team vom Schwimmkran „Langer Heinrich“ will das technische Denkmal voraussichtlich schon am kommenden Wochenende für den Besucherverkehr öffnen. Zur Hanse Sail ist der Kran von Donnerstag bis Sonntag voraussichtlich von 10 Uhr vormittags bis Sonnenuntergang geöffnet. Das erste Mal seit der Sperrung können Besucher wieder an Bord gehen und das Deck, die Dampfmaschinenräume für den Kranantrieb sowie alle Maschinenräume unter Deck besichtigen. An Bord gibt es auch das soeben erschienene Buch „Langer Heinrich – Ein Schwimmkran erzählt“ von Andreas Hallier zu kaufen.

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