gesund in rostock : Aus dem Koma zurück auf den Platz

Das Kicken bleibt eine Leidenschaft: Roland Koschinski steht zwar nicht mehr als Fußballer auf dem Platz, dafür trainiert er aber die G-Jugend des Tessiner Sportvereins. Manchmal hilft er auch bei Schulfesten aus wie hier an der Tessiner Grundschule.
Das Kicken bleibt eine Leidenschaft: Roland Koschinski steht zwar nicht mehr als Fußballer auf dem Platz, dafür trainiert er aber die G-Jugend des Tessiner Sportvereins. Manchmal hilft er auch bei Schulfesten aus wie hier an der Tessiner Grundschule.

Plötzlicher Herzinfarkt: Roland Koschinski fiel einfach bewusstlos um – die Ärzte des Klinikums Südstadt retteten sein Leben

von
16. Juli 2015, 12:00 Uhr

„Freistoß für die Jungs“. Roland Koschinski steht auf dem Fußballplatz. Er ist Trainer der Tessiner G-Jugend. Der Pampers-Gruppe, wie er seine Schützlinge nennt. Heute hilft er beim Sportfest der örtlichen Grundschule aus. „Man sieht, wer auch in der Freizeit kickt“, sagt er.

Roland Koschinski hat selbst jahrelang Fußball gespielt. Heute steht er nur noch am Spielfeldrand. Einem Ort, an dem sich sein Leben schlagartig änderte. Vor rund drei Monaten wollte er seinen neunjährigen Sohn beim Punktspiel gegen den Rostocker Fußball-Club anfeuern. Dann kippte er einfach um. Er war nicht mehr ansprechbar, verlor das Bewusstsein. Roland Koschinski hatte einen Herzinfarkt, musste noch vor Ort reanimiert werden. „Ich kann mich nicht mehr an den Tag erinnern“, gesteht er. „Aber man erzählte mir, dass mich ein junger Mann wiederbelebt hat. Es stellte sich heraus, dass er Rettungssanitäter ist. Währenddessen haben die anderen Eltern bereits den Rettungsdienst alarmiert.“

Koschinski wurde ins Klinikum Südstadt gebracht und dort in ein künstliches Koma versetzt. Weil zwei seiner Herzkranzgefäße verschlossen waren, kam es zu dem Infarkt. „Ich bekam Stents gesetzt und verbrachte im Anschluss einige Zeit auf der Intensivstation“, erzählt Koschinski. Dort sei er gut umsorgt worden. „Die Ärzte gaben mir gute Tipps, wie ich schnell wieder auf die Beine komme. Es war alles durchorganisiert, ich musste mich weder selber um einen Rehaplatz noch um meinen nächsten Termin im Klinikum kümmern“, lobt der 55-Jährige.

Dass der Herzinfarkt so plötzlich und ohne Ankündigung kam, lässt den Tessiner nachdenklich werden: „Mir wurde bewusst, wie schnell das Leben vorbei sein kann. Ich habe zwei kleine Kinder und möchte sie aufwachsen sehen.“ Deshalb hat Roland Koschinski in den letzten Monaten sein Leben umgekrempelt. In der Reha bekam er Ratschläge zum gesünderen Leben. Auch mit dem Rauchen hat er aufgehört. „Während meines Klinikaufenthaltes konnte ich auch nicht rauchen. Das habe ich genutzt, um ganz von den Zigaretten loszukommen“, erklärt er.

Der Herzinfarkt hätte ihn abrupt aus dem Leben gerissen, ihn gezwungen kürzer zu treten, sich mehr Ruhezeiten zu gönnen. „Ich habe mich immer gefragt, was ist, wenn man nicht so viel Glück hat. Oder was passiert wäre, wenn ich den Infarkt während einer Autofahrt bekommen hätte – womöglich mit den Kindern auf dem Rücksitz.“

Roland Koschinski will sich fit halten. Sein Leistungsvermögen hätte sich bereits um ein Vielfaches gesteigert, seit er aus der Reha raus ist. Er geht joggen und gönnt sich ausgiebige Spaziergänge. Weil er weiß, dass bei einem Genesungsprozess auch der Kopf eine wichtige Rolle spielt, habe er auch mit einer Psychologin gesprochen. „Die Ärzte im Südstadt-Klinikum haben das empfohlen und ich habe es als sinnvoll empfunden“, sagt er.

Was die Ernährung anbelangt, so habe Koschinski gelernt, auf ungesunde Fette zu verzichten, mehr Gemüse und Obst zu essen. Die Unterstützung seiner Familie habe er sicher. Besonders seine sechsjährige Tochter passe auf ihn auf: „Sie sagt immer: ,Papa, du darfst das nicht essen’ und ermahnt mich, wenn ich abends zur Chips-Tüte greifen möchte.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen