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Aus dem Gelben Engel wird heute der Weihnachtsmann

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erstellt am 24.Dez.2012 | 10:06 Uhr

Gelbensande Egal, ob die Menschen an Engel glauben oder nicht – Heilung durch Handauflegen, das hat Bodo Jahnke schon geschafft. Zumindest bei Fahrzeugen. Seit 17 Jahren ist der Gelbensander schon beim ADAC tätig und fährt als Gelber Engel durchs Land. „Und zwar von Kap Arkona bis Lübeck und Wittstock“, nennt Jahnke sein Einzugsgebiet.

Die Zahl seiner Einsätze sei unterschiedlich, hänge auch vom Verkehrsaufkommen und der Urlaubssaison ab. „Aber ich bin noch nie am Ende der Schicht mit null Pannen wieder heimgefahren“, sagt der 48-Jährige. Natürlich hatte er im Laufe seiner Arbeit für den ADAC auch schon Feiertagsdienst und sorgte dafür, dass die Menschen Weihnachten und Silvester nicht auf der Landstraße oder Autobahn verbringen müssen, sondern zu ihren Familien kommen.

„Heiligabend ist es meist ruhig, da wird noch eingekauft oder die Leute sind schon da, wo sie hinwollen“, so Jahnke aus Erfahrung. „Aber am ersten und zweiten Feiertag ist dann meist viel los, weil alle unterwegs sind und die Geschenke tauschen wollen.“ Wenn er nicht direkt zu Beginn der Schicht zu einem Einsatz gerufen wird, dann fährt Jahnke erst mal los. „In 90 Prozent der Fälle ist das dann die verkehrte Richtung“, sagt er und lacht.

Bei Großveranstaltungen in seinem Einzugsbereich würde er auch mal in der Nähe des Parkplatzes warten. Denn wo hunderte oder tausende Autos auf einem Platz stehen, da passiere meist auch etwas. Zu Weihnachten stünde er deshalb auch manchmal in der Nähe der Kirche, um helfen zu können, falls nach dem Krippenspiel der Wagen nicht anspringt. „Die meisten Menschen freuen sich, wenn sie unsere Fahrzeuge sehen. Denn dann können sie sicher sein: Wenn sie uns brauchen, sind wir da“, sagt Jahnke.

Von der Starthilfe über fehlende Kühlflüssigkeit bis zum geplatzten Reifen gibt es kaum eine Panne, die der gelernte Elektriker noch nicht erlebt hat. Sind die Fahrzeuge trotz seiner Fachkenntnis nicht mehr fahrbereit, müsse der Abschleppdienst kommen. „Das erledigen dann aber unsere Partnerunternehmen“, so Jahnke. Zuhören zu können, sei mit das Wichtigste in seinem Beruf. Denn die meisten Autobesitzer seien emotional sehr betroffen, wenn ihr fahrbarer Untersatz mal nicht mehr funktioniert. Frauen hätten oft Angst, ihren Männern von der Panne zu erzählen. Dabei könne so etwas jedem passieren. „Und es gibt wegen des technischen Fortschrittes heutzutage kaum noch etwas, was am Auto selbst repariert werden kann“, weiß der Gelbensander. Obwohl das gerade für männliche Autofahrer manchmal schwer zu akzeptieren sei.

Heute legt Jahnke die Montur des Gelben Engels aber ab. Stattdessen zieht er rote Sachen an und spielt für die Kinder von Freunden den Weihnachtsmann. Danach muss er aber schnell nach Hause, wo ein Christkind wartet. Schließlich hat sein Vater Bruno heute Geburtstag und wird 95 Jahre alt.


Tipps vom Experten: Bei langen Fahrten im Winter sollten eine Decke, warme Kleidung, Essen und Getränke mitgenommen werden. Vor der Fahrt den Behälter mit dem Wischwasser kontrollieren, auffüllen und die Anlage einmal ausprobieren. Um trotz Schnee und Eis aus der Parklücke zu kommen, empfiehlt es sich, eine kleine Tüte Streusalz mitzunehmen.

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