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18. Dezember 2017 | 10:14 Uhr

Aus Azubis werden Tischler

vom

svz.de von
erstellt am 25.Aug.2013 | 11:06 Uhr

Rostock | 115 Stunden hat er an einer Kommode für die Abschlussprüfung seiner Ausbildung gearbeitet. Johann Wolff ist 22 Jahre alt und seit Sonnabend Tischlergeselle. Handwerk lohnt sich noch. Das hat er gemeinsam mit 19 anderen Anwärtern bewiesen, die zur Prüfung angetreten sind und ihre Sideboards, Vitrinen und Hängeschränke Prüfern und Familie präsentiert haben. Die drei Jahre ihrer Ausbildung sind damit endlich geschafft.

Dass dieser Beruf zudem nicht länger eine Männerdomäne sein muss, hat Luise Klünder bewiesen. Sie hat einen ausgefeilten Schreibtisch mit beweglichen Sitz elementen und mehreren Schubladen gebaut und gehört damit zu den besten Prüflingen ihres Jahrgangs. "Ich habe für meine Prüfungsarbeit 86 Stunden gebraucht und bin schon sehr stolz darauf", so die Gesellin.

"Für viele junge Menschen sind handwerkliche Berufe nicht mehr so interessant", weiß Evelyn Schuh, Geschäftsführerin der Tischlerinnung Rostock und Bad Doberan. Das liege vor allem an attraktiveren Ausbildungsplätzen im öffentlichen Dienst oder beispielsweise bei der Bundeswehr. "Wer Tischler werden will, muss natürlich auch das Material Holz gut finden, rechnen können, selbstständig und kreativ arbeiten wollen", so Schuh weiter. Zudem komme viel Werkstattarbeit hinzu und auf den Bau ginge es auch mal. Dabei sei eine Ausbildung im Handwerk auch vorteilhaft für viele Studienfächer wie Architektur.

Alexander Wiechmann hat es andersherum gemacht. Auch er ist seit Sonnabend Tischlergeselle und hat seine Erstausbildung zum Betonbauer in sein Möbelstück mit einfließen lassen. Er hat ebenfalls eine Kommode gebaut und dafür 91 von 100 möglichen Prüfungspunkten bekommen. "Das Besondere an dem Möbelstück ist, dass die Frontseite der Schubladen mit einer dünnen Betonschicht überzogen ist", so Wiechmann. Zudem seien Schubladen und Türen ohne Knäufe und Knöpfe zu öffnen. Das scheint auch die Prüfer begeistert zu haben. In nur 56 Stunden Arbeitszeit hat er sein Prüfungsstück hergestellt. Die gute Arbeit zahlt sich für Wiechmann aus. Von seinem Meister wird er nun übernommen und kann seine Karriere als Tischler starten.

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