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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. November 2017 | 23:30 Uhr

Rostock : Augenklinik erhält Spritz-Verbot

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Kassenärztliche Vereinigung entzieht die Erlaubnis für Injektionen. Auch Rheumafachambulanz in der Südstadt muss schließen.

svz.de von
erstellt am 30.Dez.2015 | 12:00 Uhr

Zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit muss ein Rostocker Krankenhaus durch das Votum einer einzigen Privatpraxis sein Behandlungsangebot einschränken. Nachdem schon das Klinikum Südstadt seine Rheumafachambulanz zum Jahresende schließen muss, trifft es nun die Uni-Augenklinik in der Doberaner Straße. Sie darf ihren Patienten ab Januar keine ambulanten Spritzen mehr ins Auge verabreichen.

„Damit ist ein entscheidender Teil der Therapie nicht mehr möglich“, sagt Prof. Anselm Jünemann, Leiter der Uni-Einrichtung. In beiden Fällen hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) den Kliniken die nötige Ermächtigung entzogen. „Diese Entscheidung fiel, obwohl sich verschiedene Rostocker Augenarztpraxen im Vorfeld eindeutig für und nur eine einzige Praxis gegen das Fortführen der Injektionen an der Rostocker Augenklinik ausgesprochen hatten“, sagt Jünemann. Er und sein Team praktizieren die Spritzentherapie seit 2007, pro Jahr werden rund 2500 Eingriffe vorgenommen. Die Erlaubnis dazu muss immer wieder neu bei der Kassenärztlichen Vereinigung beantragt werden. Diese befragt in diesem Zusammenhang ihre Mitglieder, also die niedergelassenen Ärzte. „Offenbar reichte in diesem Fall schon das Nein einer Praxis aus, um uns die Ermächtigung zu nehmen“, so Jünemann. Leidtragende sind Menschen mit Netzhauterkrankungen, wie einer altersabhängigen Makuladegeneration, und in Folge eines Diabetes mellitus oder Gefäßerkrankungen. Das Einzugsgebiet umfasst die gesamte Region Rostock, zum Teil auch Fischland/Darß.

Die Rheumafachambulanz des Klinikums Südstadt muss ebenfalls wegen des Votums einer einzigen Privatpraxis schließen. Eine neue niedergelassene Ärztin soll angeboten haben, die Patienten zu übernehmen. Beide Kliniken befürchten jetzt eine Versorgungslücke. Jünemann: „In Rostock kommen nur zwei Praxen in Frage, die die Spritzen nun zusätzlich zu ihrem bisherigen Arbeitsaufwand verabreichen müssen.“ Teilweise sind die Patienten einmal im Monat auf diese Behandlung angewiesen und das je nach Erkrankung länger als ein Jahr. Gespritzt werden Medikamente, die die Gefäße wieder abdichten, um die Netzhaut zu trocknen.

„Betroffene sollten sich bei Fragen oder Problemen bezüglich ihrer Behandlungen an ihre betreuenden Augenärzte und die Kassenärztliche Vereinigung wenden“, sagt Jünemann.

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